Film

Als Zwangsarbeiter auf dem Land schufteten – Von den Nazis nach Norddeutschland verschleppt

img_5123-web

Fernsehdokumentation über Zwangsarbeit in Norddeutschland im Nationalszialismus
Von Dagmar Wittmers

Zygmunt Cizdziel war als Kind in der Nähe von Göttingen verschleppt worden. Dort erlebte er, dass seine Mutter und sein Bruder vom Gutsherrn misshandelt und in ein Lager gebracht wurden. Als die Mutter zurückkehrte, war sie so entstellt, dass er sie nicht erkannte. Kurz nach der Befreiung kam sein Bruder ums Leben. Ein Mord, der nie aufgeklärt wurde.

Für die Dreharbeiten besucht Zygmunt Cizdziel zum ersten Mal nach dem Kriegsende Göttingen, wo das Grab seines Bruders ist. Er will den Menschen danken, die das Grab pflegten. Das ist ihm wichtig.

Zwangsarbeit auf norddeutschen Bauernhöfen war in der Nazizeit an der Tagesordnung. Über Erniedrigung und Ausbeutung erzählen in diesem Film jetzt die letzten noch lebenden Opfer. Die neue NDR-Dokumentation über Zwangsarbeit schildert starke Schicksale, die emotional miterleben lassen, was arische Ausgrenzung bedeutet. Polnische Kinder wurden entführt, gefangenen genommen, um für norddeutsche Bauern zu schuften. Ihnen wurden Kindheit und Jugend genommen, Bildung und Ausbildung verwehrt. Nur die wenigsten fanden Familienanschluss oder erfuhren heimliche Fürsorge.

Ankündigung auf NDR

Autorin und Regie: Dagmar Wittmers

Wissenschaftliche Beratung Göttingen: Günther Siedbürger, Geschichtswerkstatt Göttingen

Wiederholung: Donnerstag, 24. November 2016, 06:35 bis 07:20 Uhr

Bild: Zygmunt Cizdziel (mit Hut) zusammen mit dem Filmteam und Günther Siedbürger von der Geschichtswerkstatt Göttingen während den Dreharbeiten in Göttingen. (Foto: privat)