Aufbau des Seminars

Am ersten Seminartag steht die Verfolgungsgeschichte der als „Zigeuner“ verfolgten Personengruppen während des Nationalsozialismus bis hin zu deren systematischer Ermordung im Mittelpunkt. Diese Geschichte endete nicht 1945, sondern setzte sich in institutionellen und personellen Kontinuitäten fort. Es wird der lange erinnerungspolitische Kampf um die Anerkennung des nationalsozialistischen Genozids durch die Betroffenen und deren Nachkommen sowie die seit den 1970er Jahren entstehende Bürgerrechtsbewegung genauer betrachtet. Ein Schwerpunkt des zweiten Seminartags sind aktuelle Beispiele antiziganistischer Ressentiments und Diskriminierung.
Darüber hinaus sollen Ansatzpunkte und Herausforderungen einer pädagogischen Vermittlung dieses Themenkomplexes betrachtet werden, die sich beispielsweise in der Gefahr einer erneuten Stigmatisierung der Personengruppen zeigen. Das Seminar ist methodisch vielfältig angelegt und beinhaltet die Arbeit mit historischen Dokumenten und Fotografien, biografischen Perspektiven und Erinnerungsberichten, wie auch aktuellen Beispielen aus unterschiedlichen Medien. Bestandteil des Seminars ist ein Besuch der Gedenkstätte Bergen-Belsen und der dortigen Dauerausstellung mit dem Fokus auf die Häftlingsgruppe der Sinti/Sintize und Roma/Romnja im Konzentrationslager Bergen-Belsen.