Aufbau des Seminars

Ausgangspunkt des zweitägigen Seminars ist die Genese und Klärung des Genozidbegriffs. Mit der Verabschiedung der „Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes“ im Jahr 1948 durch die Vereinten Nationen konnte sich der Begriff als juristische Kategorie zunehmend durchsetzen. Dies zeigt sich in der Verhandlung von Massengräueln in den darauf folgenden Jahrzehnten.
Aufbauend auf diesen Grundlagen erfolgt die Beschäftigung mit der Geschichte des Genozids in Ruanda, der von den Vereinten Nationen – neben dem Holocaust und dem Völkermord an den Armeniern – als solcher anerkannt wird. Den Schwerpunkt des zweiten Seminartages bilden strukturelle Vergleiche zwischen dem Holocaust und dem Genozid in Ruanda. Im Fokus stehen dabei Stereotype und die systematische staatliche bzw. politische Verfolgung der Opfer, die durch die Perspektive der Überlebenden ergänzt wird. Weiterhin werden mit den Multiplikator_innen Ansätze einer pädagogischen Vermittlung diskutiert.