Hintergrund und Zielsetzung des Fachkräfteprojektes

Die Begleitung deutsch-israelischer Jugendbegegnungen zu Themen des Nationalsozialismus und der Shoah ist fester Bestandteil der Gedenkstättenarbeit in Deutschland und der Holocaust-Education in Israel. Die Planung und Begleitung dieser Begegnungen stellt Pädagog_innen vor vielfältige Herausforderungen. Ziel dieser Fortbildung ist die Schulung und Professionalisierung von pädagogischen Fachkräften, die diese spezifischen Angebote betreuen. Somit richtet sich das Seminar an Personen, die in der Vermittlungs- und Bildungsarbeit tätig sind.

Im Mittelpunkt des deutsch-israelischen Fachkräfteprogramms stehen pädagogische Ansätze einer multiperspektivischen Thematisierung und Kontextuierung des Nationalsozialismus und der Shoah. Reflektiert werden sollen dabei die Bedeutung der jeweiligen (nationalen) Erinnerungskultur(en), der persönlichen Bezugnahme sowie die Spezifik des konkreten Erinnerungs-, Gedenk- bzw. Lernortes.

Die Bedeutung der Erinnerungskultur für die internationale und interkulturelle Jugendarbeit wird am Beispiel der Auseinandersetzung mit der deutschen und israelischen Erinnerungskultur deutlich: Jede deutsch-israelische Jugendbegegnung ist durch das Thema des Nationalsozialismus geprägt. Eine produktive Bearbeitung dieses Themas setzt detaillierte Kenntnisse der Formen des Erinnerns und Gedenkens sowie der spezifischen Bedeutung des Nationalsozialismus/der Shoah für die jeweiligen nationalen Identitäten voraus. Das Wissen um die verschiedenen Erinnerungskulturen sensibilisiert auch für die Existenz weiterer Geschichtsnarrative anderer Nationen bzw. sozialer/kultureller Gruppen.

Workshop zu deutsch-israelischen Jugendbegegnungen, 7. April 2014. Foto: Nora Gaon, Ghetto Fighters‘ House Museum

Workshop zu deutsch-israelischen Jugendbegegnungen, 7. April 2014. Foto: Nora Gaon, Ghetto Fighters‘ House Museum

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Rolle des/der Vermittelnden in der pädagogischen Interaktion: So wird nach dem eigenen Geschichtsbild des Nationalsozialismus und darüber hinaus nach der Motivation zur pädagogischen Arbeit gefragt.

Im Rahmen des Seminars werden aktuelle Diskussionen der Gedenkstättenpädagogik bzw. der Holocaust-Education thematisiert, um Gemeinsamkeiten und Differenzen der verschiedenen Ansätze zu beleuchten.