Inhalte und Themen des Fachkräfteprojektes

Das Projekt setzt sich aus zwei Teilen von jeweils acht Tagen Dauer zusammen: Einen Seminarteil in der Gedenkstätte Bergen-Belsen (inklusive Berlin-Exkursion) und einen Seminarteil im selben Jahr im Ghetto Fighters‘ House Museum, Israel. Im Sinne einer exemplarischen Vorgehensweise nimmt neben anderen Gedenk-, Erinnerungs- und Lernorten insbesondere die Arbeit im Ghetto Fighters‘ House Museum und in der Gedenkstätte Bergen-Belsen einen zentralen Stellenwert ein.

Die Auseinandersetzung mit den beiden verschiedenen Erinnerungskulturen durchzieht das gesamte Seminarprogramm, so sind bereits die beiden Veranstaltungsorte Gedenkstätte Bergen-Belsen und Ghetto Fighters‘ House Museum spezifische Ausdrucksgestalten der jeweiligen Erinnerungskultur. Daneben wird beispielsweise auch im Zuge des Besuchs des Denkmals für die ermordeten Juden Europas in Berlin die öffentliche Debatte um die Erinnerungskultur in Deutschland thematisiert. Im Rahmen des Besuchs der Gedenkstätte Yad Vashem in Israel wird beleuchtet, welche Bedeutung die Shoah für die nationale Identität Israels hat.

Um verschiedene aktuelle Debatten der Holocaust Education zu beleuchten, wird in Israel beispielsweise die Arbeit des Zentrums für humanistische Erziehung des Ghetto Fighters’ House Museum vorgestellt. Im Kontext des Besuchs des dortigen Kinder-Museums werden Bildungsangebote im Primarbereich und die Inszenierung von Geschichte diskutiert. In der Gedenkstätte Bergen-Belsen wird anhand eines Planspiels zum Thema Migration auf Gegenwartsbezüge und die Verbindung von Menschenrechtsbildung und historischem Lernen eingegangen. In Workshops zu Erfahrungen, Ideen und Methoden der Holocaust Education im Rahmen internationaler Jugendbegegnungen werden verschiedene Ansätze historisch-politischer Bildung an Erinnerungs-, Gedenk- und Lernorten vorgestellt und diskutiert.

Teilnehmer_innen des Fachkräfteaustausches in der Ausstellung des Ghetto Fighters‘ House Museum, 5. August 2014. Foto: Gerald Hartwig, Gedenkstätte Bergen-Belsen

Teilnehmer_innen des Fachkräfteaustausches in der Ausstellung des Ghetto Fighters‘ House Museum, 5. August 2014. Foto: Gerald Hartwig, Gedenkstätte Bergen-Belsen

Nicht zuletzt bietet die gemeinsame Arbeit in einer internationalen Gruppe selbst die Gelegenheit, Prozesse, Chancen und auch Problematiken interkultureller Begegnungen persönlich zu erfahren und sensibilisiert so für die Begleitung interkultureller (Jugend-)Gruppen.