Inhalte und Ziele

Zwischen 1933 und 1945 erstreckte sich im Deutschen Reich und über weite Teile der besetzten Gebiete in Europa ein Netz von verschiedenen Lagertypen. Das Seminar widmet sich der Geschichte von zwei Konzentrationslagern und einem konkreten und begrenzten Zeitbereich: dem Kriegsende und der darauf folgenden Umbruchsituation in der Region zwischen Harz und Heide. Während des Seminars lernen die Teilnehmenden fünf verschiedene Orte kennen und schärfen die Blicke auf die Existenz des flächendeckenden Lagernetzes und die breite gesellschaftliche Vernetzung von Konzentrationslagern mit ihrem Umland. Die persönliche Sicht der Gefangenen wird die Gruppe in Form von Erinnerungsberichten begleiten. Ein Anliegen des Seminars ist die Frage nach dem „Danach“. Wie lebten die befreiten KZ-Häftlinge weiter? Wie gingen die Alliierten nach der Beendigung des Krieges mit den ehemaligen Lagern und ihren Bewachern sowie mit den Spuren entlang der Todesmarschrouten um? Wie entwickelte sich die Erinnerung an die NS-Geschichte der Lager im geteilten, später im wiedervereinigten Deutschland? Und schließlich: Welche Bedeutung hat die Auseinandersetzung mit diesen Aspekten für uns? Wie wollen wir uns heute erinnern?

Erster und zweiter Tag: KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Kennenlernen der Geschichte des Ortes mit dem Außengelände, der Stollenanlage und der Ausstellung.

Dritter Tag: Fahrt durch die ehemalige KZ-Landschaft an Orte, wo KZ-Häftlingen gedacht wird, die während der Räumungstransporte umkamen. In Gardelegen erinnert die Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe Gardelegen an die Ermordung von KZ-Häftlingen, in Wienhausen wurden KZ-Häftlinge aus Mittelbau-Dora in einem Massengrab verscharrt und in Celle besucht die Gruppe den Ort des Luftangriffs auf einen Güterzug mit KZ-Häftlingen.

Vierter Tag: Gedenkstätte Bergen-Belsen. Kennenlernen der Geschichte des Ortes mit dem historischen Lagergelände, der Ausstellung und ein Besuch im Bereich des ehemaligen DP-Camps im Kasernengelände.

Fünfter Tag: Auseinandersetzung mit verschiedenen Fragestellung, u.a. was kam nach der Befreiung? Was wurde aus den überlebenden Häftlingen? Was wurde aus den Bewachern und den Tat-Orten? Wie wollen Sie sich erinnern?

Der steinerne Weg in der Gedenkstätte Bergen-Belsen. Foto: Klemens Ortmeyer, Gedenkstätte Bergen-Belsen