Biografien

Die Deportationen in die Vernichtungslager bildeten im nationalsozialistischen Deutschland für verschiedene Bevölkerungsgruppen den Abschluss einer radikalisierten Diskriminierung und Entrechtung. Das Ziel war eine nach rassistischen Kriterien „reine Volksgemeinschaft“. Nur wenige der Verschleppten überlebten den Massenmord.

Die Biografien der Opfer aus Nordwestdeutschland zeigen den Prozess der stufenweisen Ausgrenzung aus der Gesellschaft. Die prägnant gehaltenen Texte beantworten dabei nicht alle Fragen. Sie können aber als Ausgangspunkt für weitere Recherchen vor Ort dienen.

Auswahl Biografien: verfolgt als Transport Hildesheim – Braunschweig – Auschwitz 2. oder 3. März 1943

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Hulda Franz (Hilda Stolte)

aus
1931 ‐ 1943
Verfolgt als Sintizza

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Hulda Franz kam in eine Pflegefamilie, weil sie an einer angeborenen Erkrankung litt, die eine aufwändige Behandlung notwendig machte. Bei ihren Pflegeeltern hieß sie Hilda Stolte, wurde eingeschult, feierte ihre Erstkommunion und wurde auch in den Bund Deutscher Mädel (BDM) aufgenommen. Bei den Behörden war sie jedoch weiterhin als Sintizza registriert. Im März 1943 wurde sie gegen den Protest ihrer Pflegefamilie verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Dort starb sie im Juni 1943.

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