Biografien

Die Deportationen in die Vernichtungslager bildeten im nationalsozialistischen Deutschland für verschiedene Bevölkerungsgruppen den Abschluss einer radikalisierten Diskriminierung und Entrechtung. Das Ziel war eine nach rassistischen Kriterien „reine Volksgemeinschaft“. Nur wenige der Verschleppten überlebten den Massenmord.

Die Biografien der Opfer aus Nordwestdeutschland zeigen den Prozess der stufenweisen Ausgrenzung aus der Gesellschaft. Die prägnant gehaltenen Texte beantworten dabei nicht alle Fragen. Sie können aber als Ausgangspunkt für weitere Recherchen vor Ort dienen.

Auswahl Biografien: verfolgt als Transport Lüneburg – Hamburg – Auschwitz 9. März 1943

alle Biografien anzeigen

Wolfgang Helmut Mirosch (auch Mirusch)

aus
1935 ‐ 1943
Verfolgt als Sinto

W.-Mirosch-u-Cousin-vor-Mauer-web

Wolfgang Mirosch kam im Alter von sieben Monaten zu Pflegeeltern im Landkreis Lüneburg. Ein knappes halbes Jahr nach seiner Einschulung im August 1942 wurde er nach Auschwitz deportiert. Sein Leben hat wenig Spuren hinterlassen. Durch ein Schulprojekt konnten jedoch noch Fotos aufgefunden werden, auf denen er zu sehen ist. Heute erinnern eine Gedenktafel und ein Stolperstein an sein kurzes Leben. Wolfgang ist in Auschwitz kurz vor seinem achten Geburtstag verhungert.

weiter