Biografien

Die Deportationen in die Vernichtungslager bildeten im nationalsozialistischen Deutschland für verschiedene Bevölkerungsgruppen den Abschluss einer radikalisierten Diskriminierung und Entrechtung. Das Ziel war eine nach rassistischen Kriterien „reine Volksgemeinschaft“. Nur wenige der Verschleppten überlebten den Massenmord.

Die Biografien der Opfer aus Nordwestdeutschland zeigen den Prozess der stufenweisen Ausgrenzung aus der Gesellschaft. Die prägnant gehaltenen Texte beantworten dabei nicht alle Fragen. Sie können aber als Ausgangspunkt für weitere Recherchen vor Ort dienen.

Auswahl Biografien: verfolgt als Transport Osnabrück – Auschwitz 1. März 1943

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Heinrich Winter

aus
1891 ‐ 1943
Verfolgt als Sinto

Über Heinrich Winter ist wie bei vielen Sinti nicht viel bekannt. Er war von Beruf Händler, arbeitete aber auch als Fahrer und Schausteller. Zeitweise lebte er in Holland, wo er auch heiratete. Aufgrund des sogenannten Festsetzungserlasses des Reichssicherheitshauptamtes wurde die Familie 1942 in die Barackensiedlung „Papenhütte“ am Stadtrand von Osnabrück umgesiedelt.
Heinrich Winter überlebte die Deportation nach Auschwitz nur um wenige Monate. Er starb dort im Dezember 1943.

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Anna Schmidt

aus
1906 ‐ 1943
Verfolgt als Sintizza

Anna Schmidt hatte mit ihrem Mann Johann Weiß drei Kinder. Doch eine standesamtliche Heirat wurde ihnen aus „rassischen Gründen“ verweigert. Die Familie wurde gemeinsam nach Auschwitz deportiert. Dort starb Anna Schmidt nach kurzer Zeit an Fleckfieber. Auch alle drei Kinder kamen dort um. Nur Johann Weiß überlebte den Krieg. Er war von Auschwitz nach Buchenwald gebracht worden.

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Karl Weiß

aus
1885 ‐ 1943
Verfolgt als Sinto

Karl Weiß zurückgelassene Vermögenswerte-web

Karl Weiß war Besitzer von zwei Mehrfamilienhäusern in Osnabrück. Damit gehörte er zu den vermögendsten Sinti der Stadt. Nach seiner Deportation erfasste die Kriminalpolizei Osnabrück die Sachwerte, die er zurücklassen musste. Der Gesamtwert betrug 11.650 RM und damit ungefähr das Fünffache eines damaligen durchschnittlichen Jahreslohns.
Karl Weiß wurde am 1. März 1943 im Alter von 57 Jahren nach Auschwitz deportiert. Dort starb er bereits am 3. Mai.

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