Biografien

Die Deportationen in die Vernichtungslager bildeten im nationalsozialistischen Deutschland für verschiedene Bevölkerungsgruppen den Abschluss einer radikalisierten Diskriminierung und Entrechtung. Das Ziel war eine nach rassistischen Kriterien „reine Volksgemeinschaft“. Nur wenige der Verschleppten überlebten den Massenmord.

Die Biografien der Opfer aus Nordwestdeutschland zeigen den Prozess der stufenweisen Ausgrenzung aus der Gesellschaft. Die prägnant gehaltenen Texte beantworten dabei nicht alle Fragen. Sie können aber als Ausgangspunkt für weitere Recherchen vor Ort dienen.

Auswahl Biografien: verfolgt als Transport Osnabrück – Auschwitz 4. oder 5. März 1943

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Maria Imker, geb. Christin

aus
1907 ‐ 1944
Verfolgt als Sintizza

Maria Imker mit ihren Töchtern Gertrud und Adelheid (Privatbesitz)

Am 1. März 1943 wurden die Osnabrücker Sinti verhaftet und deportiert. Maria Imker konnte zunächst entkommen. Ihr siebenjähriger Sohn Arthur lag zu dieser Zeit im Marienhospital und als die Verschleppungen begannen, war sie beim ihm am Krankenbett. Doch der Aufschub währte nur kurz: drei oder vier Tage später wurde auch sie nach Auschwitz deportiert. Dort starben Maria, ihr Mann Wilhelm und die Kinder Gertrud, Adelheid und Konstantin. Nur Arthur blieb in Osnabrück zurück und überlebte.

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