Biografien

Die Deportationen in die Vernichtungslager bildeten im nationalsozialistischen Deutschland für verschiedene Bevölkerungsgruppen den Abschluss einer radikalisierten Diskriminierung und Entrechtung. Das Ziel war eine nach rassistischen Kriterien „reine Volksgemeinschaft“. Nur wenige der Verschleppten überlebten den Massenmord.

Die Biografien der Opfer aus Nordwestdeutschland zeigen den Prozess der stufenweisen Ausgrenzung aus der Gesellschaft. Die prägnant gehaltenen Texte beantworten dabei nicht alle Fragen. Sie können aber als Ausgangspunkt für weitere Recherchen vor Ort dienen.

Auswahl Biografien: verfolgt als Transport Osnabrück – Riga 13. Dezember 1941

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Frieda Lieblich

aus
1886 ‐ 1942
Verfolgt als Jüdin

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Frieda Lieblich kümmerte sich seit 1940 um ihren minderjährigen Neffen, weil es nach dem Tod der Großeltern keine weiteren Verwandten in Osnabrück gab. Gemeinsam wurden die beiden erst in ein „Judenhaus“ umgesiedelt und dann nach Riga deportiert. Dort wurde Frieda Lieblich 1942 ermordet. Ihr Neffe Ewald Aul überlebte, kehrte in seine Heimatstadt zurück und war dort lange Vorsteher der wiederbegründeten Jüdischen Gemeinde.

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Adolf Löwenstein

aus
1880 ‐ ?
Verfolgt als Jude

Adolf Löwenstein musste im März 1939 mit seiner Mutter und zwei Schwestern in ein „Judenhaus“ in Osnabrück ziehen. Es ist nicht bekannt, wann und wo er nach der Deportation verstorben ist. Seine Mutter und die Schwestern wurden im Juli 1942 verschleppt und starben in Theresienstadt und Auschwitz. Adolfs Bruder Ernst war zwar von Inhaftierung und Zwangsarbeit betroffen, konnte aber überleben. Dabei spielte vermutlich eine Rolle, dass er mit einer Christin verheiratet war.

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Rosalie Grünberg

aus
1896 ‐ ?
Verfolgt als Jüdin

Rosalie Grünberg arbeitete in Osnabrück als Buchhalterin. Während es ihrem Bruder im Dezember 1938 gelungen war, nach Shanghai zu emigrieren, musste sie im September 1941 in das „Judenhaus“ in der Seminarstraße 31 ziehen. Wann und wo sie im Anschluss an die Deportation nach Riga gestorben ist, ist nicht bekannt.

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Anna Pelz

aus
1883 ‐ 1942
Verfolgt als Jüdin

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Anna Pelz war die Tochter des angesehenen Arztes Dr. Siegfried Pelz, dem nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten die Ehrenbürgerschaft aberkannt wurde. Anna Pelz wurde am 12. Dezember 1941 von drei Gestapobeamten zur Turnhalle der Schule am Pottgraben gebracht, die als Sammelstelle für die Deportationen diente. Einen Tag später erfolgte der Transport nach Riga. Dort wurde sie Anfang des Jahres 1942 ermordet.

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