Fortbildung

Kompetent gegen Diskriminierung von Sinti und Roma

SNG_286_RZ_Programm_KogA_Web-Titel

Bildungsprogramm 2018 des Projekts „Kompetent gegen Antiziganismus“ (KogA) für Mitarbeitende der Polizei, Justiz und Justizvollzug, Rechtsberatung, Kommunen, öffentlichen Verwaltung. Anmeldungen bis 9. März

Die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten startete am 1. Juni 2015 das im Bundesprogramm Demokratie leben! geförderte Modellprojekt „Kompetent gegen Antiziganismus / Antiromaismus (KogA) – in Geschichte und Gegenwart“. Das Projekt hat zum Ziel, Multiplikator_innen und Vertreter_innen verschiedener Berufsgruppen für historische und gegenwärtige Formen von Antiziganismus zu sensibilisieren und Handlungskompetenzen gegen die Diskriminierung von Sinti und Roma zu vermitteln. Wie kann die Teilhabe von Sinti und Roma in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft verbessert werden? Wie können Barrieren erkannt und strukturelle Diskriminierung abgebaut werden?

Die Fortbildung legt einen starken Fokus auf handlungsorientierte Ansätze. Sie verbindet die historisch-politische Bildungsarbeit im Umfeld von Gedenkstätten mit Methoden der antirassistischen Bildung sowie der Demokratie- und Menschenrechtsbildung. Dies wird ergänzt durch Konzepte der inklusiven Entwicklung und durch Ansätze aus der Personal- und Organisationsentwicklung.

Die in der Fortbildung erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen befähigen die Teilnehmenden, sich in ihren Institutionen und Berufsfeldern wirkungsvoll gegen Antiziganismus einzusetzen. Repräsentant_innen und Mitarbeiter_innen von Selbstorganisationen der Sinti und Roma und Expert_innen aus dem Themenfeld werden dazu in die Projektarbeit und das Bildungsprogramm eingebunden.

2018 richtet sich das Programm zielgruppenspezifisch an Mulitplikator_innen und Mitarbeiterende (Führungskräfte, Teamleiter_innen, Personalentwickler, Fortbilder …) von Polizei, Justiz, Justizvollzug und Rechtsberatungen sowie an Mitarbeitende in Kommunen und öffentlicher Verwaltung.

Die Fortbildug ist nach dem Niedersächsischen Bildungsurlaubsgesetz als Bildungsurlaub anerkannt.

Programmheft

Übersicht über die insgesamt vier Module und Termine:
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Basismodul: „Antiziganismus. Thematische Einführung und (Verfolgungs-) Geschichte“
9. – 11. April 2018, Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel sowie ein weiterer Tagungsort im Raum Wolfenbüttel
3-tägiges Seminar

  • Was ist Antiziganismus?
  • Ideologien der Ungleichwertigkeit
  • Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma vor und während des Nationalsozialismus unter besonderer Berücksichtigung der Rolle von Polizei, Justiz, Behörden und Verwaltung
  • Themenspezifische Führung in der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel
  • Kontinuitäten der Diskriminierung – das Fortleben des Antiziganismus nach 1945, unter besonderer Berücksichtigung der Rolle von Polizei, Justiz, Behörden und Verwaltungen
  • Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma in Deutschland
  • (Subjekt-) Geschichte der Sinti und Roma

Aufbaumodul: „Antiziganismus heute. Strukturelle und institutionelle Diskriminierung“
4. – 6. Juni 2018, Hannover
3-tägiges Seminar

  • Diskriminierung von Sinti und Roma – eine aktuelle Bestandsaufnahme
  • Leben als Sinti/Sintize und Roma / Romnja heute?
  • Antiziganismus als systemisches Unrecht – institutionelle und strukturelle Diskriminierung
  • das Handeln von Polizei, Justiz und Behörden / Verwaltungen im Spannungsfeld von Grund- und Menschenrechten
  • Das Recht auf Asyl und die Regelung sicherer Herkunftsstaaten – Beispiel struktureller Diskriminierung von Roma?
  • Politische Rahmenbedingungen und Rechte zum Schutz (nationaler) Minderheiten

Vertiefungsmodul: „Good Practices“ der Arbeit gegen Antiziganismus in den Bereichen Beratungs- und Methodenkompetenz sowie Personal- und Organisationsentwicklung
10. – 12. September 2018, Hannover
3-tägiges Seminar

Geplante Einbindung und Vorstellung von „Good Practices“ wie z. B.:
  • Beratungsstellen für Sinti und Roma
  • Mediator_innen, Sprach- und Kulturmittler_innen
  • Rechtshilfe und Beschwerdestellen bei Rassismus und Diskriminierungen
  • Roma Antidiscrimination Network
  • Mobile Anlaufstelle für europäische Wanderarbeiter_innen und Roma
  • Modellprojekte bei Polizei, Justiz und / oder Verwaltungen
  • Arbeit des European Roma Rights Center (ERRC) und anderer Menschenrechtsorganisationen
  • Ansätze antiziganismuskritischer und inklusiver Personal- und Organisationsentwicklung
  • Methoden antiziganismuskritischer Bildungsarbeit
  • Planspiel: Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte
Praxis- und Abschlussmodul: Entwicklung und Präsentation einer Bildungseinheit, Personal- oder Organisationsentwicklungsmaßnahmen
9. – 20. November 2018, Hannover
2-tägiges Seminar
Als Eigenleistungen / Praxiseinheit sind möglich:
  • Konzepterstellung zu einem Seminar, Workshop, Projekt-, Aktionstag, …
  • Konzeption einer Informations- und Fachveranstaltung, …
  • Konzeption einer Personal- und Organisationsentwicklungsmaßnahme wie Mitarbeiter_innenfortbildung, Teamentwicklung, Beratungskonzept.
  • Anschließend: Information, Beratung und kollegialer Austausch.
Die Anmeldung ist bis 9. März 2018 möglich!