Historischer Ort

Beim Bau des U-Boot-Bunkers in Bremen-Farge wurden seit 1943 ausländische Zwangsarbeiter, KZ-Häftlinge, Kriegsgefangene und Häftlinge eines sogenannten Arbeitserziehungslagers der Bremer Gestapo eingesetzt. Entsprechend der Kriegslage richtete die deutsche Führung ihr Interesse auf die verstärkte Produktion von U-Booten. Der im Norden Bremens erbaute Bunker mit dem Tarnnamen „Valentin“ hatte einen direkten Zugang zur Weser und sollte als Werft dienen. Das riesige Bauwerk von 426 Metern Länge und bis zu 97 Metern Breite war eines der wichtigsten Neubauprojekte der deutschen Kriegsmarine.

Im Oktober 1943 errichtete die SS in Farge ein Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme. Die Häftlinge waren etwa vier Kilometer vom Arbeitseinsatzort in einem Treibstoffbunker untergebracht. Die Lebensbedingungen in diesem Rundbunker und die Arbeitsbedingungen auf der Baustelle waren außerordentlich schlecht. Viele Häftlinge starben an Hunger, Krankheiten und Erschöpfung.

Nach starken Beschädigungen des U-Boot-Bunkers bei Bombenangriffen der Alliierten Ende März 1945 wurde die Arbeit eingestellt. Es wurde nie ein einziges U-Boot produziert.

Zwangsarbeiter beim Bau des Bunkers Valentin, 1944. Foto: Seubert, im Auftrag der Marineoberbauleitung, Bundesarchiv/LzpB Bremen

Zwangsarbeiter beim Bau des Bunkers Valentin, 1944. Foto: Seubert, im Auftrag der Marineoberbauleitung, Bundesarchiv/LzpB Bremen