Gedenkstätte

Das Gelände der ehemaligen Pulverfabrik Liebenau wurde bis Mitte der 1990er Jahre militärisch genutzt. Das Betreten für Unbefugte blieb verboten. Dies trug maßgeblich dazu bei, dass die Geschichte des Ortes in den Nachkriegsjahrzehnten weitgehend in Vergessenheit geriet. Verstärkte Anfragen nach Nachweisen und Dokumenten sowie erste Besuche ehemaliger Zwangsarbeiter_innen, die vor Ort nachhaltige Resonanz hinterließen, führten 1999 zur Gründung des Vereins »Dokumentationsstelle Pulverfabrik Liebenau e.V.«, mit dem erklärten Ziel, eine dauerhafte Dokumentations- und Bildungsstätte zu etablieren. Die Recherchen zur NS-Zwangsarbeit in der Pulverfabrik offenbarten komplexe Hintergründe und Verflechtungen, wobei die gewonnenen Erkenntnisse in erste Publikationen, Ausstellungen sowie Internet- und Vortragsangebote mündeten. Einen Schwerpunkt bildete bald die integrativ und international ausgerichtete Jugendbildungsarbeit. Neben den Kontakten zu ehemaligen Zwangsarbeiter_innen sowie deren Familien in Ost- und Westeuropa sind etliche Kooperationsprojekte mit Schul- und Jugendgruppen sowie wissenschaftlichen Partnerorganisationen in Polen, der Ukraine, Belarus und Russland  hervorzuheben.
Auf den Spuren des Vaters: Drei Kinder des ehemaligen Italienischen Militärinternierten Silvio Marconcini besuchten die Dokumentationsstelle erstmals im Jahr 2013. Foto: Martin Guse, Dokumentationsstelle Pulverfabrik Liebenau e.V.

Auf den Spuren des Vaters: Drei Kinder des ehemaligen Italienischen Militärinternierten Silvio Marconcini besuchten die Dokumentationsstelle erstmals im Jahr 2013. Foto: Martin Guse, Dokumentationsstelle Pulverfabrik Liebenau e.V.