Gedenkstätte

Die „Euthanasie“-Gedenkstätte in Lüneburg wurde am 25. November 2004 durch den Psychosozialen Verein e.V. und durch die Geschichtswerkstatt Lüneburg e.V. ins Leben gerufen. Die Gedenkstätte bezog das ehemalige Badehaus am Wasserturm. Seither wird eine Rahmenausstellung gezeigt. Gestalter dieser ersten Dauerausstellung war Raimond Reiter, der 2011 verstarb. Seit 2012 wird die Bildungs- und Gedenkstätte wissenschaftlich und pädagogisch von Carola S. Rudnick betreut. Im Rahmen eines durch ESF- und Landesmittel geförderten Projektes wurden nachhaltige Formate, in denen die Psychiatriegeschichte mit der Gegenwart und mit der Thematik der Menschenrechte verbunden wird, entwickelt und durchgeführt. Es entstanden Sonderausstellungen und Bildungsmaterialien, wie die MOBILE LERNSTATION, sowie ein umfangreiches Seminarangebot. 2013 weihte die Bildungs- und Gedenkstätte anlässlich der Bestattung von sterblichen Überresten von zwölf Kindern eine Gedenkanlage auf dem Friedhof Nordwest ein. In diesem Zusammenhang wurde die aktive Suche nach Angehörigen aufgenommen. Inzwischen hat die Gedenkstätte zu über 80 Angehörigen und Zeitzeug_innen Kontakt. Um die Bildungs- und Gedenkstätte dauerhaft zu erhalten, wurde am 26.11.2014, dem 10. Jahrestag der Bildungs- und Gedenkstätte, ein Trägerverein der „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg e.V. gegründet. Seit September 2015 ist die Gedenkstätte in der Trägerschaft des „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg e.V. Mit dem Trägerwechsel ist die Professionalisierung und Neugestaltung der Gedenkstätte verbunden, die in den kommenden fünf Jahren Realisierung erfährt.
Bildungs- und Gedenkstätte "Opfer der NS-Psychiatrie" im alten Badehaus am Wasserturm auf dem Gelände der Psychiatrischen Klinik Lüneburg, 2009. Foto: Archiv der Bildungs- und Gedenkstätte "Opfer der NS-Psychiatrie" Lüneburg

‚Euthanasie‘-Gedenkstätte Lüneburg im alten Badehaus am Wasserturm auf dem Gelände der Psychiatrischen Klinik Lüneburg, 2009. Foto: Archiv der „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg