Historischer Ort 

Die Gedenkstätte befindet sich im alten Badehaus am Wasserturm auf dem Gelände der heutigen Psychiatrischen Klinik Lüneburg.

Im Rahmen der „Aktion T4“ wurden 1940/41 mindestens 481 erwachsene Patient_innen der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg wegen ihrer angeblichen psychischen Störung oder einer Behinderung in die Anstalten Hadamar und in Pirna-Sonnenstein deportiert und dort ermordet.

Zudem war die Lüneburger Anstalt die zentrale Sammelstelle für alle Patient_innen ausländischer Herkunft in Norddeutschland. 1944 wurden über 60 ausländische Patienten in Tötungsstätten deportiert und dort ermordet.

Bereits ab 1943 starben im Rahmen der „dezentralen Euthanasie“ mehr als ein Fünftel aller Patient_innen an Mangel- und Fehlversorgung.
Ab 1941 bis 1945 gab es in Lüneburg eine von reichsweit insgesamt mehr als 30 sogenannten „Kinderfachabteilungen“ in psychiatrischen Anstalten. Von 695 dort aufgenommen Kindern überlebten 418 die „Kinderfachabteilung“ nicht. 300 bis 350 Kinder wurden vor Ort mit Medikamenten ermordet. Weitere rund 100 Kinder ließen Ärzte und Pflegepersonal verhungern. Die Ärzte, gegen die wegen des Mordes in den späten 1940er und 1960er Jahren Ermittlungen stattfanden, wurden für ihre Taten nicht verurteilt.

Im Haus 25 wurden die ersten Patienten der "Kinderfachabteilung" der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg untergebracht, Aufnahme von Haus 25 nach 1945.  Foto: Archiv der Bildungs- und Gedenkstätte "Opfer der NS-Psychiatrie" Lüneburg

Im Haus 25 wurden die ersten Patienten der „Kinderfachabteilung“ der
Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg untergebracht, Aufnahme von Haus 25 nach 1945.
Foto: Archiv der „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg