Historischer Ort

Im Rahmen des Vierjahresplans wurden 1937 die Reichswerke „Hermann Göring“ gegründet. Das neue Stahlwerk sollte die Autarkiebestrebungen des Deutschen Reiches voranbringen. Neben deutschen und europäischen Zivilarbeitern und Zivilarbeiterinnen kamen mit Kriegsbeginn die ersten Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen wie auch Kriegsgefangenen in die neue Stadt. Es entstand ein Mikrokosmos des NS-Lagersystems.

Im Oktober 1942 richteten SS und die Reichswerke „Hermann Göring“ das KZ-Außenlager Drütte ein. Es war eines der ersten und größten Außenlager des KZ Neuengamme bei Hamburg. Unter einer betrieblich genutzten Hochstraße auf dem Werksgelände wurden mehr als 3000 Häftlinge unterschiedlicher Nationalitäten untergebracht. Sie mussten in den Reichswerken arbeiten. Die katastrophalen Lebens- und Arbeitsbedingungen führten zu zahlreichen, einkalkulierten Todesfällen („Vernichtung durch Arbeit“). 1944 entstanden zwei weitere KZ-Außenlager im Stadtgebiet. Bereits ab 1943 wurden alle nichtdeutschen Opfer auf dem neu eingerichteten „Ausländerfriedhof“ Jammertal beigesetzt. Die SS räumte alle Außenlager im Stadtgebiet am 7. April 1945. Die Räume des ehemaligen KZ Drütte wurden nach dem Krieg betrieblich genutzt.

Die Gedenkstätte KZ Drütte befindet sich in einem der ehemaligen Unterkunftsräume unter der betrieblich genutzten Hochstraße, 2014. Foto: Elke Zacharias, Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V.

Die Gedenkstätte KZ Drütte befindet sich in einem der ehemaligen Unterkunftsräume unter der betrieblich genutzten Hochstraße, 2014. Foto: Elke Zacharias, Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V.