Bildungsangebote

Die Gedenkstätte Alte Pathologie Wehnen befindet sich auf dem Gelände der Karl-Jaspers-Klinik in den Räumlichkeiten der ehemaligen Leichenhalle. Die dort gezeigte Ausstellung dokumentiert die nationalsozialistische Gesundheitspolitik im Land Oldenburg und das Hungersterben in der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen.  Der ehemalige Sezierraum ist zu einem Raum des Gedenkens umgestaltet worden.

Weitere Orte des Erinnerns, die bei einem Besuch der Gedenkstätte einbezogen werden können,  sind das 2001 errichtete Mahnmal auf dem Klinikgelände und die Erinnerungsstätte auf dem ehemaligen Anstaltsfriedhof.

Die Gedenkstätte ist mittwochs und samstags von 12 – 16 Uhr geöffnet. Führungen, Seminare und Studientage sind nach Absprache auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich.

Das pädagogische Angebot für Besuchergruppen ist auf Jugendliche und Erwachsene ausgerichtet.

Führungen dauern 1,5 bis 2 Stunden und beinhalten die Besichtigung der Alten Pathologie und die Auseinandersetzung mit der dort präsentierten Dokumentation sowie einen Vortrag über Opfer, Täter und Hintergründe der eugenischen Maßnahmen und der Krankenmorde.

Auf Wunsch ist auch ein Gang über das Klinikgelände zum Gedenkstein der Karl-Jaspers-Klinik sowie zu den Gedenksteinen auf dem Ofener Friedhof mit dem Schwerpunkt „Erinnerungs- und Gedenkkultur möglich.

Studientage dauern fünf bis sechs Stunden. Sie umfassen eine Einführung, einen Rundgang über das Klinikgelände und den Besuch der Gedenkstätte Alte Pathologie. Anschließend erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler eigenständig ein Thema. Zur Auswahl stehen die drei Themenschwerpunkte: „Lebenswege“, „Historischer Ort“ und „Erinnern und Gedenken“.

Beim Studientag „Lebenswege“ stehen Biographien von Patientinnen und Patienten der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen im Mittelpunkt.

Beim Studientag „Historischer Ort“ gehen die Schülerinnen und Schüler Fragen nach den räumlichen Begebenheiten, organisatorischen Strukturen und Handlungsabläufen in der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen nach.

Der Studientag „Erinnern und Gedenken“ thematisiert die Stadien der Geschichtswahrnehmung und –historische Aufarbeitung nach 1945. Die Schülerinnen und Schüler spüren dem Wandel in den öffentlichen Darstellungen nach und betrachten die Gedenkorte Mahnmal, Alte Pathologie und Friedhof als Ausdruck einer erinnerungskulturellen Entwicklung.

Zu jedem Themenschwerpunkt existiert eine umfangreiche Dokumentensammlung, die den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung gestellt wird.

Die „Roten Bücher“: Opferbiographien aus dem Projekt „Patientengeschichten“, 2014. Foto: Hedwig Thelen, Gedenkstätte Alte Pathologie Wehnen

Die „Roten Bücher“: Opferbiographien aus dem Projekt „Patientengeschichten“, 2014. Foto: Hedwig Thelen, Gedenkstätte Alte Pathologie Wehnen