Gedenkstätte

Das Ineinandergreifen von Gegenwart und Vergangenheit ist durch die Weiternutzung des Strafgefängnisses nach 1945 ein wesentliches Merkmal der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel. Das Strafgefängnis blieb nach 1945 in seiner baulichen Substanz nahezu vollständig erhalten. Das gilt insbesondere für die ehemalige Hinrichtungsstätte. Bereits seit Ende der 1950er Jahre besuchen Überlebende und Familienangehörige von Hingerichteten und im Gefängnis Verstorbenen Wolfenbüttel. Seit dieser Zeit erinnert eine Tafel in der Gefängniskirche an die verstorbenen Widerstandskämpfer.

Die Geschichte der Gedenkstätte dokumentiert auch das Ringen um eine öffentliche Thematisierung der Verantwortung der Justiz während des Nationalsozialismus. Erst 1990 wurde durch das Niedersächsische Justizministerium eine Gedenkstätte in der JVA eingerichtet – eine Folge der Bemühungen westeuropäischer Widerstandskämpfer und lokalen bürgerschaftlichen Engagements.

Die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten ist seit ihrer Gründung im Jahr 2004 Trägerin der Gedenkstätte.

Zurzeit wird die Gedenkstätte in einem umfassenden, mehrere Jahre dauernden Projekt neugestaltet und um ein Dokumentationszentrum erweitert.

Der Zeitzeuge Heinz Tillack besucht die Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel und betrachtet das Hinrichtungsbuch, 27. August 2014. Foto: Leon Kloke, Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel

Der Zeitzeuge Heinz Tillack besucht die Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel und betrachtet das Hinrichtungsbuch, 27. August 2014. Foto: Leon Kloke, Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel