Historischer Ort

Das Strafgefängnis Wolfenbüttel diente der Umsetzung der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Mordpolitik und verdeutlicht die Radikalisierung der Justiz und des Strafvollzugs seit 1933: Als zentrale Haftstätte für politische Gegner, rassisch Verfolgte und soziale Außenseiter, als Sammelstelle für die nach der Pogromnacht 1938 verhafteten jüdischen Männer vor ihrem Weitertransport in das Konzentrationslager Buchenwald und als Hinrichtungsstätte während des Zeitraums 1937 bis 1945 für über 500 Menschen. Darüber hinaus war es Aufnahme- und Durchgangsort für mehrere hundert italienische und polnische Gefangene.

Das Reichsjustizministerium nutzte das Strafgefängnis Wolfenbüttel im Rahmen der Bekämpfung des europäischen Widerstandes zudem als Haftanstalt für mehr als 900 „Nacht- und Nebel-Gefangene“ aus Frankreich und Belgien, den Niederlanden und Norwegen.

Am 11. April 1945 befreiten US-amerikanische Truppen das Gefängnis.

Zwischen 1945 und 1947 nutzten britische Militärbehörden den Ort zur Vollstreckung von 67 Todesurteilen ihrer Militärgerichte. So wurden u. a. verurteilte Kriegsverbrecher hingerichtet.

Das ehemalige Hinrichtungsgebäude, 2013. Foto: Martina Staats, Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel

Das ehemalige Hinrichtungsgebäude, 2013.
Foto: Martina Staats, Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel