Historischer Ort

Im August 1944 fuhren zwei Beauftragte der Firma Büssing in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, um dort etwa tausend Männer für den Arbeitseinsatz in der LKW-Fabrik auszuwählen. Die zumeist jüdischen Gefangenen kamen in drei Transporten in Braunschweig an und wurden auf die Lager Schillstraße und Vechelde aufgeteilt. Bereits zuvor war ein Baukommando aus dem Stammlager Neuengamme eingetroffen. Die Bedingungen im Außenlager Schillstraße waren durch schwere Industriearbeit, die unzureichende Unterbringung in nur vier fertig gestellten Wohnbaracken, fehlende Hygiene, unzureichende medizinische Versorgung sowie ständigen Hunger gekennzeichnet. Nach den vorhandenen Aufzeichnungen wurden allein im Zeitraum zwischen dem 15. Januar 1945 und der Auflösung des Lagers Mitte März 1945 achtzig Tote in das städtische Krematorium gebracht. Die Häftlinge mussten in das Außenlager Watenstedt (Leinde) marschieren. Nur wenige der entkräfteten Menschen erlebten – nach einer mehrwöchigen Irrfahrt in einem Güterzug – am 2. Mai 1945 im KZ Wöbbelin die Befreiung.

Luftaufnahme der britischen Royal Air Force vom bereits geräumten Außenlagers Schillstraße, April 1945. Foto: Gedenkstätte Schillstraße

Luftaufnahme der britischen Royal Air Force vom bereits geräumten Außenlagers Schillstraße, April 1945. Foto: Gedenkstätte Schillstraße