Gedenkstätte

Sichtbar waren für die ab 1945 zahlreich nach Sandbostel reisenden Angehörigen der KZ-Häftlinge und die Armeebehörden der Kriegsgefangenennationen die anonymen Massengräber Tausender sowjetischer Kriegsgefangener sowie die rings um das Lagergelände lange erkennbaren Doppelgräber der KZ-Häftlinge. Erste Denkmale für die Opfer wurden errichtet.

In der deutschen Bevölkerung der Region dominierte die Verdrängung des Geschehens. Ein sowjetisches Ehrenmal wurde 1956 von der niedersächsischen Landesregierung während des Kalten Krieges abgetragen, das Friedhofsgelände mehrfach umgestaltet.

Erst ab den 1970er Jahren begann das bürgerschaftliche Engagement für eine Gedenkstätte. 1972 wurde eine Gedenkveranstaltung abgehalten. Ab 1980 begann ein jahrzehntelanger Streit um die Errichtung der Gedenkstätte, der erst durch die Gründung der Stiftung Lager Sandbostel im Jahr 2004 beendet werden konnte.

Seit 2007 wurden die Gedenkstätte am Ort des Geschehens und erste Bildungsangebote aufgebaut; mit der Eröffnung der Dauerausstellung am Gedenktag der Befreiung 2013 wurde die Sanierungsphase der Gebäude in Stiftungsbesitz abgeschlossen.

Die Gedenkstätte ist heute eine anerkannte Bildungsinstitution.

Die Geschichte der Gedenkstätte: Verdrängen wird zur Erinnerung. Jugendprojekt Visualisierung anonymer Gräber, Gedenkfeier 2012. Foto: Andrea Genest, Archiv GLS

Die Geschichte der Gedenkstätte: Verdrängen wird zur Erinnerung. Jugendprojekt Visualisierung anonymer Gräber, Gedenkfeier 2012. Foto: Andrea Genest, Archiv Gedenkstätte Lager Sandbostel