Historischer Ort

In Sandbostel richtete das Oberkommando der Wehrmacht ein nationalsozialistisches Kriegsgefangenenstammlager für den Wehrkreis X (Stalag XB) ein, das von 1939 bis 1945 bestand. Unter den Gefangenen waren Mannschaften, Offiziere, Marinesoldaten und Zivilinternierte, aber auch Frauen und Kinder aus 54 Nationen.

Ein Großteil der mehr als 313 000 Kriegsgefangenen wurde in Arbeitskommandos zur Zwangsarbeit in Landwirtschaft und Industrie versetzt. Zehntausende von sowjetischen und Hunderte von Kriegsgefangenen anderer Nationen kamen im Stalag XB oder seinen mehr als 1 100 Arbeitskommandos um.

Im April 1945 wurden KZ-Häftlinge aus dem KZ Neuengamme und seiner Außenkommandos in Todesmärschen in das Stalag XB gebracht. Mehr als 3 000 KZ-Häftlinge verloren in Sandbostel ihr Leben.

Nach der Befreiung durch die britische Armee am 29. April 1945 wurde das Lagergelände ununterbrochen nachgenutzt. Auf dem Gelände des ehemaligen Stalag XB blieben 22 historische Gebäude aus dem 2. Weltkrieg erhalten. Zeitzeugenaussagen, offizielle Dokumente der Wehrmacht und Bilddokumente spiegeln multiperspektivisch die Geschichte und Nachgeschichte des nationalsozialistischen Lagersystems sowie die Geschichte der Gedenkstätte wider.

Bildungsarbeit am historischen Ort: Spurensuche in historischen Unterkunftsbaracken, 2014. Foto: Carola Pliska, Archiv GLS

Bildungsarbeit am historischen Ort: Spurensuche in historischen Unterkunftsbaracken, 2014. Foto: Carola Pliska, Archiv Gedenkstätte Lager Sandbostel