Historischer Ort

In Bergen-Belsen bestand von Juni 1940 bis Januar 1945 ein Kriegsgefangenenlager der Wehrmacht. Etwa 20 000 Menschen starben hier, vor allem sowjetische Soldaten.

Im April 1943 richtete die SS auf einem Teil des Geländes zusätzlich ein Konzentrationslager ein, in dem jüdische Häftlinge als Geiseln festgehalten wurden, die gegen deutsche Internierte im Ausland ausgetauscht werden sollten. Seit dem Frühjahr 1944 nutzte die SS das Lager zunehmend auch für andere Häftlingsgruppen. Schließlich entwickelte sich Bergen-Belsen zu einem Auffang- und Sterbelager für Häftlinge aus geräumten frontnahen Konzentrationslagern. Die Befreiung durch britische Truppen am 15. April 1945 kam für viele Häftlinge zu spät: Etwa 52 000 Frauen, Männer und Kinder starben an Hunger und Seuchen sowie an den unmittelbaren Folgen der Haft.

Die Überlebenden wurden in einem nahegelegenen Kasernenkomplex untergebracht. Im Laufe des Sommers 1945 entstanden dort ein polnisches und jüdisches DP-Camp. Letzteres war mit zeitweise 12 000 Bewohnern das größte jüdische DP-Camp in Deutschland. Es bestand bis 1950.

Der Bergen-Belsen Überlebende Henry Korman orientiert sich auf dem ehemaligen Appellplatz des „Sternlagers“ mithilfe einer Informationsstele und dem multimedialen Geländeguide, 8. September 2013. Foto: Heike Rudolph, Gedenkstätte Bergen-Belsen

Der Bergen-Belsen Überlebende Henry Korman orientiert sich auf dem ehemaligen Appellplatz des „Sternlagers“ mithilfe einer Informationsstele und dem multimedialen Geländeguide, 8. September 2013. Foto: Heike Rudolph, Gedenkstätte Bergen-Belsen