Konzert Lesung

Lyrik gegen das Vergessen

Musikalische Lesung mit Ursula Illert und Anka Hirsch. Gedichte und Lieder aus Ghettos und Konzentrationslagern 1933-45


Es war eine Reise nach Polen im Jahr 1979, bei der der Germanistikstudent Michael Moll (1955-2008) in Gesprächen mit ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern und KZ-Insassen von den Gedichten erfuhr, die in den Lagern, KZ und Ghettos der Nationalsozialisten entstanden waren. Diese Zeugnisse der Vernichtungsmaschinerie, geschrieben von den Opfern, berührten Michael Moll stärker als es alle Geschichtsbücher aus seiner Schulzeit je vermocht hätten. Der Student aus Deutschland leitete daraus einen ganz persönlichen Auftrag ab. Er wollte etwas gegen das Vergessen unternehmen. Er sammelte rund 350 lyrische Dokumente: „Hilferufe

auf Papierfetzen gekritzelt oder in Zellenmauern geritzt, von Überlebenden mitgebracht, bei der Befreiung der Elendsstätten in Verstecken entdeckt, von Angehörigen aufgehoben und weitergegeben“, wie in „Vorwärts“ am 18.6.1988 zu lesen war. Michael Moll veröffentlichte die kommentierte Anthologie unter dem Titel „Gedichte aus nationalsozialistischen Gefängnissen, Ghettos und KZs“ 1983 als Magisterarbeit an der Philosophischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Sieben Jahre lang suchte Moll einen Verlag. 1991 konnte er dann 80 Gedichte seiner Anthologie beim Schüren Verlag in Marburg herausgeben. Der Titel: „Lyrik gegen das Vergessen“. Seitdem organisiert die Mitherausgeberin Barbara Weiler Lesungen. Als Interpretin gewann sie die Schauspielerin Ursula Illert, die das Programm aus Molls Magisterarbeit zusammenstellte. Begleitet wird sie von der Musikerin Anka Hirsch, die eigene Kompositionen für das Violoncello dazu spielt.

Zusammenstellung und Lesung: Ursula Illert
Kompositionen und Violoncello: Anka Hirsch

Veranstalter: Region Hannover, Gedenkstätte Ahlem