Frieda Kleeberg, geb. Weißenklee

aus
1871 ‐ ?

kleeberg-web
Frieda Kleeberg am Tag der Einschulung ihrer Enkelin Ruth in der Wißmannstraße, 1940. (Stadtarchiv Hannover, Vorlass Gröne/Kleeberg, Nr. 62)

Hermann (1873 – ?) und Frieda Kleeberg (1871 – ?) betrieben eine Fleischerei in Boffzen im Landkreis Holzminden. Im Novemberpogrom 1938 wurden der Familienvater und der Sohn Walter im KZ Buchenwald inhaftiert. Nach ihrer Freilassung musste der Sohn innerhalb weniger Tage das Land verlassen, die Tochter Ruth war bereits in die USA ausgewandert. Die Eltern standen allein in feindseliger Umgebung. Ihr Sohn Erich (1902 – 1945), der mit Frau und Tochter in einer Zweizimmerwohnung in der Wißmannstraße 11 in Hannover lebte, holte sie zu sich. Frieda Kleeberg und ihr Mann Hermann wurden am 15.12.1941 nach Riga deportiert, wo sie umkamen. Der Tag ihres Todes ist nicht bekannt.

Durch die protestantische Herkunft seiner Frau Maria (Jg. 1901) lebte der Sohn Erich Kleeberg in „Mischehe“. Dies ersparte dem Paar und ihrer Tochter Ruth (Jg. 1933) die Deportation, nicht aber das „Judenhaus“. Zuletzt lebte die Familie Kleeberg wie andere jüdisch-christliche Familien im „Judenhaus“ auf dem Gelände der ehemaligen Gartenbauschule Ahlem.

Nachdem Erich Kleeberg Körner vom Fußboden an seine Kaninchen verfütterte, kam er erst in Ahlem ins Gefängnis, dann über das KZ Neuengamme in das Lager Sandbostel. Dort starb er in den letzten Kriegstagen. Seine Frau und seine Tochter wurden in Ahlem befreit.

Für Frieda und Hermann Kleeberg sowie den Sohn Erich Kleeberg wurden 2010 in der Wißmannstraße 11 in Hannover Stolpersteine verlegt.


Landeshauptstadt Hannover – Städtische Erinnerungskultur

zurück zur Übersicht