Henny Markiewicz-Simon, geb. Rosenbaum

aus
1925 ‐ 2017

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Henny, Ludwig und Jenny Rosenbaum kurz vor der Ausreise des Vaters, 1940. (Repro LHH – Städtische Erinnerungskultur)

Henny Rosenbaum wurde als Tochter von Malermeister Ludwig Rosenbaum (1881–1964) und Jenny Rosenbaum, geb. Jacobowitz (1890–1944), am 15. Juli 1925 in Hannover geboren.

Im Sommer 1938 verhafteten die Nationalsozialisten Ludwig Rosenbaum; erst als seine Frau Jenny ein Visum für Shanghai für ihn erwirkte, wurde er entlassen und musste Deutschland sofort verlassen.

Henny Rosenbaums behinderten Bruder Hans (Jg. 1920) verschleppten die Nationalsozialisten aus einem Wohnheim in die Tötungsanstalt Brandenburg und ermordeten ihn am 27. September 1940 im Rahmen der „Euthanasie“-Aktion „T4“.

Henny Rosenbaum und ihre Mutter Jenny besaßen schon Visa für Shanghai, als man sie am 15. Dezember 1941 nach Riga deportierte. Bei einem Appell umgeworfen, kam die Mutter mit einem Oberschenkelhalsbruch in das Lazarett des KZ Kaiserwald und wurde von dort aus im Wald von Biķernieki ermordet.

Henny Rosenbaums neuntägiger Todesmarsch endete mit der Befreiung am 29. Januar 1945 im polnischen Wałcz. Noch in Polen heiratete sie Avram Markiewicz (gest. 1976). Das Paar zog nach Hannover. Avram Markiewicz kaufte in der Innenstadt ein Geschäftshaus in der Herschelstraße, doch Ende 1949 wanderte das Paar in die USA aus. Dort lebten sie zusammen mit Hennys Vater auf ihrer Farm. Ihre Lebenserinnerungen „Mein Herz friert, wenn ich Deutsch höre…“ veröffentlichte sie 2004 in der Schriftenreihe der Gedenkstätte Ahlem. Für ihre Mutter und ihren Bruder wurden 2007 in der Vahrenwalder Str. 67 in Hannover Stolpersteine verlegt.

Henny Simon starb am 4. April 2017 in Colchester, Connecticut (USA) in Folge eines Verkehrsunfalls.

 

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Henny Markiewicz-Simon am Gedenkstein im Wald von Biķernieki, 2002. (Repro LHH – Städtische Erinnerungskultur)


Landeshauptstadt Hannover – Städtische Erinnerungskultur

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