Thematische Führung

Opposition und Widerstand im NS-Staat: Deutsche politische Häftlinge im Konzentrationslager Bergen-Belsen

Rudolf Küstermeier. (Sammlung Gedenkstätte Bergen-Belsen)

Thematischer Rundgang mit Michael Pechel

Die Opposition gegen die nationalsozialistische Herrschaft innerhalb Deutschlands war organisatorisch und ideologisch zerklüftet. Sie bildete ein weites politisches Spektrum zwischen Arbeiterbewegung und Nationalkonservativen ab. Sie reichte von der zielgerichteten Vorbereitung des Regimewechsels bis zu persönlicher Verweigerung, Äußerung von Protest oder stiller Hilfe für Verfolgte. Gemeinsam war allen Akteuren allein die Bedrohung mit Haft und Tod.

Das Regime festigte seine Macht mit offenem Terror. Verhängung von „Schutzhaft“ und anschließende Einweisung in die neu entstandenen Konzentrationslager waren jeder juristischen Kontrolle entzogen. Nach Erlass des „Heimtückegesetzes“ 1934 und der Einrichtung von Sondergerichten konnte jede kritische Äußerung als Hochverrat bestraft werden.

Bei seiner späten Gründung im Mai 1943 nahm Bergen-Belsen als „Austauschlager“ für Juden eine Sonderstellung im System der Konzentrationslager ein. Erst seit dem März 1944 dienten zusätzlich einige separierte Baracken als Krankenstation für arbeitsunfähige KZ-Insassen aus anderen Lagern. Mit ihnen kamen erstmals auch „Politische“ nach Bergen-Belsen. Ihre Zahl stieg an, als in den letzten Monaten des Krieges unter katastrophalen Bedingungen ca. 85.000 Häftlinge aus frontnahen KZ hierher „evakuiert“ wurden.

Der Rundgang informiert einleitend über die Entwicklung der Häftlingsgruppen und Teillager des Konzentrationslagers Bergen-Belsen 1943 – 1945. Anschließend erläutern biografische Beispiele den Verfolgungsweg deutscher politischer Häftlinge, der hier endete – meist mit dem Tod. Zu ihnen gehörten etliche Parlamentarier und Sekretäre aus den Reihen der deutschen Arbeiterbewegung, die nach dem Attentatsversuch des 20. Juli 1944 verhaftet worden waren und meist aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen nach Bergen-Belsen kamen. Den Abschluss bildet ein Gang über das ehemalige Lagergelände zu den Bereichen des Männerlagers und des Frauenlagers.

Treffpunkt: Information des Dokumentationszentrums

Die Teilnahme ist kostenlos und erfordert keine Anmeldung.