Über das Projekt

Seit Jahrhunderten leben Sinti und Roma in Europa und sind Teil der europäischen Gesellschaften. Trotz vielfältiger politischer Anstrengungen, ist diese größte Minderheit des Kontinents auch heute mit vielfältiger Diskriminierung konfrontiert. Vertreibungen, Entrechtung und Versklavung kennzeichnen ihre lange Geschichte in Europa. Hunderttausende Sinti und Roma wurden Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns, in Konzentrations- und Vernichtungslagern und durch Massenerschießungen ermordet. Erst 1982 wurde dieser vergessene Völkermord durch Bundeskanzler Helmut Schmidt offiziell anerkannt und 2012 ein zentrales Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma Europas in Berlin eingeweiht. Trotz dieser nachholenden Anerkennung, bleibt auf dem Wege hin zu einer gleichberechtigten Teilhabe von Sinti und Roma in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft auch heute noch viel zu tun. Sinti und Roma werden nicht nur in den osteuropäischen Mitgliedsstaaten der EU offen angefeindet, sondern auch in Mittel- und Westeuropa mit subtiler und offener Diskriminierung in nahezu allen Lebensbereichen konfrontiert.

Bildungsangebote

Die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten führt daher im Zeitraum 2015 bis 2019 das Projekt „Kompetent gegen Antiziganismus/Antiromaismus (KogA) – in Geschichte und Gegenwart“ durch. Im Rahmen dieses Projekts entwickeln wir Fortbildungsseminare und bieten das Bildungsprogramm „Kompetent gegen die Diskriminierung von Sinti und Roma“ an.

Dieses Bildungsprogramm adressiert jährlich wechselnde Berufsgruppen. Ziel unserer Bildungsangebote sind sowohl die kritische Reflexion eigener Haltungen als auch die Sensibilisierung für strukturelle Barrieren und institutionelle Diskriminierung. Deren Abbau kann maßgeblich zu einer gleichberechtigteren Teilhabe von Sinti und Roma in unserer Gesellschaft beitragen. Daher werden im Rahmen unsere Seminare sowohl Wissen über historische und gegenwärtige Formen von Antiziganismus, als auch praxisbezogene Handlungskompetenzen gegen die Diskriminierung von Sinti und Roma vermittelt.

Kooperationspartner

In die Projektarbeit binden wir Expert_innen, Repräsentant_innen und Aktivist_innen aus Selbstorganisationen der Sinti und Roma ein. Zu unseren bewährten Kooperationspartnern aus den communities der Sinti und Roma in Niedersachsen zählen…

  • Niedersächsische Beratungsstelle für Sinti und Roma
  • Niedersächsischer Verband Deutscher Sinti
  • Forum für Sinti und Roma Hannover
  • Roma Center Göttingen
  • Romane Aglonipe
  • Verein Maro Dromm–Sui Generis

Unsere Referent_innen

Unser Projektteam verstärken wir punktuell mit externen Referent_innen aus Praxis, Wissenschaft und Selbstorganisationen. Im Laufe der bisherigen Projektarbeit waren im Rahmen unserer Bildungsformate u.a. tätig…

  • Jovica Arvanitelli | Geschäftsführer, Beratungsstelle für nichtdeutsche Roma, Mannheim
  • Djevdet Berisa | Integrationsberater, Niedersächsische Beratungsstelle für Sinti und Roma
  • Boris Erchenbrecher | Historiker und Mitarbeiter, Niedersächsische Beratungsstelle für Sinti und Roma
  • Mario Franz | Maro Dromm–Sui Generis
  • Samantha Rose | Forum für Sinti und Roma Hannover
  • Manja Schuecker-Weiss | Sozialarbeiterin, Niedersächsische Beratungsstelle für Sinti und Roma
  • Dzoni Sichelschmidt | Sozialarbeiter und Roma-Bildungsberater, Schulbehörde Hamburg
  • Aaron Weiss | Komponist, Lehrbeauftrager an der Hochschule Mannheim
  • Monika Weiß | Bildungsberaterin, Verband Deutscher Sinti und Roma – Landesverband Schleswig-Holstein

 

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Übung „Zeitstrahl“ zur Vermittlung von Wissen über die Geschichte der Sinti und Roma als europäische Minderheit aus dem „Methodenhandbuch zum Thema Antiziganismus für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit“. Foto: Daniel Seifert, Stiftung niedersächsische Gedenkstätten

 

Für weitere Informationen über das Projekt KogA werfen Sie einen Blick in unseren Projektflyer oder das Programmheft unseres Bildungsprogramms „Kompetent gegen Diskriminierung von Sinti und Roma“.

 

Das Projekt KogA wird gefördert von