Biografien

Die Deportationen in die Vernichtungslager bildeten im nationalsozialistischen Deutschland für verschiedene Bevölkerungsgruppen den Abschluss einer radikalisierten Diskriminierung und Entrechtung. Das Ziel war eine nach rassistischen Kriterien „reine Volksgemeinschaft“. Nur wenige der Verschleppten überlebten den Massenmord.

Die Biografien der Opfer aus Nordwestdeutschland zeigen den Prozess der stufenweisen Ausgrenzung aus der Gesellschaft. Die prägnant gehaltenen Texte beantworten dabei nicht alle Fragen. Sie können aber als Ausgangspunkt für weitere Recherchen vor Ort dienen.

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Auswahl Biografien: Celle

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Hermann Feingersch

aus
1927 ‐ ?
Verfolgt als Jude

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Hermann Feingersch war erst 14 Jahre alt, als er gemeinsam mit seinen Eltern deportiert wurde. Daher ist über ihn nur wenig bekannt. Er hatte neun Geschwister und stammte aus einer Familie sogenannter „Ostjuden“. Mit 13 Jahren war er ein knappes halbes Jahr lang landwirtschaftlicher Schüler der Israelitischen Gartenbauschule Ahlem. Er wurde gemeinsam mit seinen Eltern deportiert. Wann und wo er starb, ist nicht bekannt.

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Isaak Feingersch

aus
1885 ‐ ?
Verfolgt als Jüdin

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Isaak Feingersch gehörte zur Gruppe der sogenannten „Ostjuden“. Er war 1912 aus der russischen Stadt Odessa nach Deutschland gekommen. Im Ersten Weltkrieg wurde er als „Staatenloser“ interniert, weil er noch nicht eingebürgert war. Zum Schluss arbeitete er als Heizer im Allgemeinen Krankenhaus Celle. Wann und wo er nach der Deportation in das Ghetto Riga starb, ist nicht bekannt.

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Rebekka Feingersch, geb. Aswolinskaja

aus
1887 ‐ ?
Verfolgt als Jüdin

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Rebekka Feingersch stammt aus Odessa in Russland, lebte aber bereits seit 1912 in Deutschland. Die Familie hatte zehn Kinder, die zwischen 1911 und 1927 geboren wurden. Im Anschluss an die Internierung des Ehemannes als angeblich „Staatenloser“ während des Ersten Weltkrieges, lebte die Familie zunächst längere Zeit in Ovelgönne, bevor sie 1937 nach Celle zog. Rebekka Feingersch wurde gemeinsam mit ihrem Mann Isaak und dem jüngsten Sohn Hermann deportiert. Wann und wo sie starb, ist nicht bekannt.

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