Biografien

Die Deportationen in die Vernichtungslager bildeten im nationalsozialistischen Deutschland für verschiedene Bevölkerungsgruppen den Abschluss einer radikalisierten Diskriminierung und Entrechtung. Das Ziel war eine nach rassistischen Kriterien „reine Volksgemeinschaft“. Nur wenige der Verschleppten überlebten den Massenmord.

Die Biografien der Opfer aus Nordwestdeutschland zeigen den Prozess der stufenweisen Ausgrenzung aus der Gesellschaft. Die prägnant gehaltenen Texte beantworten dabei nicht alle Fragen. Sie können aber als Ausgangspunkt für weitere Recherchen vor Ort dienen.

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Auswahl Biografien: Helmstedt

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Carla Mindus

aus
1926 ‐ ?
Verfolgt als Jüdin

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Carla Mindus erlebte in der Schule antisemitische Anfeindungen durch die Religionslehrerin. Eine Schulfreundin wurde dadurch stark beeinflusst. Obwohl ihre Eltern nichts gegen die Freundschaft hatten, wollte sie keinen Kontakt mehr zu Carla. Im Alter von 15 Jahren wurde Carla Mindus gemeinsam mit ihrem Vater deportiert. Wann und wo sie starb, ist nicht bekannt.

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Josef Mindus

aus
1886 ‐ ?
Verfolgt als Jude

kornstrasse-web

Josef Mindus besaß ein eigenes Textilgeschäft in Helmstedt. Doch der Bürgermeister Curt Drechsler tat alles, um seine Existenz zu vernichten. Bis zur Reichspogromnacht 1938 konnte Josef Mindus dagegen noch Widerstand leisten. Danach ging es jedoch ganz schnell: das Geschäft wurde geschlossen, das Haus zwangsweise verkauft, Josef Mindus wurde zeitweise im KZ Buchenwald inhaftiert. Nach der Deportation verliert sich seine Spur: Zeitpunkt und Ort seines Todes sind nicht bekannt.

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