Biografien

Die Deportationen in die Vernichtungslager bildeten im nationalsozialistischen Deutschland für verschiedene Bevölkerungsgruppen den Abschluss einer radikalisierten Diskriminierung und Entrechtung. Das Ziel war eine nach rassistischen Kriterien „reine Volksgemeinschaft“. Nur wenige der Verschleppten überlebten den Massenmord.

Die Biografien der Opfer aus Nordwestdeutschland zeigen den Prozess der stufenweisen Ausgrenzung aus der Gesellschaft. Die prägnant gehaltenen Texte beantworten dabei nicht alle Fragen. Sie können aber als Ausgangspunkt für weitere Recherchen vor Ort dienen.

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Auswahl Biografien: Lüneburg

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Franziska Reiminius

aus
1931 ‐ 1944
Verfolgt als Sintizza

Personalbogen der „Hilfsschule“ in Lüneburg, 1939

„Eine isolierte Stellung wird sie immer haben. Die Kinder sehen in ihr die ‚Zigeunerin‘.“: Mit diesen Worten beschrieb die Lehrerin die Position der elfjährigen Franziska Reiminius in ihrer Klasse der Hilfsschule in Lüneburg. Franziska wohnte zu dieser Zeit mit ihren Eltern und fünf Geschwistern in einem Wohnwagen am nördlichen Stadtrand. Ihre Deportation im März 1943 war der Schule keine Notiz in ihren Unterlagen wert. Franziska Reiminius starb im Januar 1944 im „Zigeunerlager“ Auschwitz-Birkenau.

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Lucie Baden, geb. Joseph, verw. Behr

aus
1887 ‐ ?
Verfolgt als Jüdin

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Die Schwiegereltern von Lucie Behr hatten 1852 in Lüneburg das Schuhhaus Behr gegründet. Lucie, die am 19. Juni 1887 in Stettin geboren wurde, war verheiratet mit Max Behr, der das Geschäft übernommen hatte. Die Eheleute bekamen drei Kinder: Ruth, Arnold und Elisabeth. Max Behr verstarb 1924, seiner Frau Lucie vererbte er das Haus und das […]

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