Biografien

Die Deportationen in die Vernichtungslager bildeten im nationalsozialistischen Deutschland für verschiedene Bevölkerungsgruppen den Abschluss einer radikalisierten Diskriminierung und Entrechtung. Das Ziel war eine nach rassistischen Kriterien „reine Volksgemeinschaft“. Nur wenige der Verschleppten überlebten den Massenmord.

Die Biografien der Opfer aus Nordwestdeutschland zeigen den Prozess der stufenweisen Ausgrenzung aus der Gesellschaft. Die prägnant gehaltenen Texte beantworten dabei nicht alle Fragen. Sie können aber als Ausgangspunkt für weitere Recherchen vor Ort dienen.

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Auswahl Biografien: Zetel

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Margot Anita Schwarz, geb. Franz

aus
1924 ‐ 2002
Verfolgt als Sintizza

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Margot Schwarz gehörte zu den wenigen Überlebenden des Völkermordes an den Sinti und Roma. Nach 1945 versuchte sie, der anhaltenden Diskriminierung etwas entgegenzusetzen. Sie trat als Zeitzeugin auf, gab mehrere ausführliche Interviews und engagierte sich in der Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma. Im Jahr 2002 starb sie in Oldenburg.

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Georg Frank

aus
1906 ‐ 1943
Verfolgt als Sinto

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Georg Frank war Artist und ging mit seiner Familie von Leer aus auf Tournee in Ostfriesland. Die Vorstellungen fanden in einer Manege unter freiem Himmel statt. Als Georg Frank zur Wehrmacht eingezogen wurde, lebte die Familie in Zetel. Ihre zwei Wohnwagen standen dort auf dem Geländes eines Landwirtes. Die Ehefrau und die sechs Kinder trafen bei ihrer Deportation in Bremen ihren Mann und Vater wieder. Keiner von ihnen hat das KZ Auschwitz überlebt.

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