Vortrag

Siegmund Seligmann. Eine jüdische Erfolgsgeschichte

Vortrag von Dr. Anton Weise


Siegmund Seligmann wurde im August 1853 in Verden an der Aller als Kind jüdischer Eltern geboren. Hier besuchte er das Domgymnasium, absolvierte im Anschluss eine Ausbildung in einem Manufakturwarengeschäft in Harburg, bevor er nach Hannover in das Bankhaus B. Magnus wechselte. In dessen Auftrag kam er zur Continental-Caoutchouc & Gutta-Percha-Companie AG, der Continental. Diese Firma führte er kurz vorm Bankrott stehend zu einem außergewöhnlichen Erfolg. Die Conti wurde unter seiner Leitung ein Weltunternehmen und war vor dem Ersten Weltkrieg Deutschlands „Dividenden-Königin“ mit Renditen, die bis zu 55 Prozent betrugen.

Siegmund Seligmann selbst wurde zu einem der reichsten Männer der Stadt sowie der Provinz Hannover. Besonders charakteristisch für ihn war seine Wohltätigkeit: So war er immer um das Wohl seiner Mitarbeiter sowie um das der Stadt Hannover und seiner Geburtsstadt Verden bemüht. Zwar musste Seligmann selbst den Aufstieg des Nationalsozialismus nicht mehr erleben, doch seine Familie blieb von Holocaust nicht verschont. Sein Sohn Edgar starb an den Folgen der KZ-Haft im Schweizer Exil und sein Enkel Klaus, später Claudio, musste nach Argentinien auswandern.

Dr. Anton Weise forscht am Historischen Seminar der Leibniz-Universität Hannover. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören unter anderem die jüdische Geschichte in Hannover und die Geschichte des Nationalsozialismus aus regionaler Perspektive. Dr. Weise ist engagiertes Mitglied der wissenschaftlichen Fachkommission der Gedenkstätte Ahlem.

Veranstalter: Region Hannover, Gedenkstätte Ahlem