Grundsätze im Umgang mit historischen Quellen

Historische Quellen ermöglichen Rückschlüsse über Vorgänge in der Vergangenheit, wie etwa die Zeit des Nationalsozialismus.Im Umgang mit ihnen gibt es bestimmte allgemeingültige Regeln, die in der Geschichtswissenschaft mit dem Begriff der Quellenkritik bezeichnet werden: Zunächst muss die Echtheit der jeweiligen Quelle gegeben sein. Prominentes Beispiel einer Fälschung sind die angeblichen Hitler-Tagebücher aus dem Jahr 1983. Ist diese Voraussetzung gegeben, stellen sich Fragen nach der Urheberschaft (Wer?), der Motivation (Wozu?), dem Entstehungsort und der Zeit (Wo? und Wann?). Die Antworten auf diese Fragen lassen Rückschlüsse über die Nähe der Quelle zum Geschehenen und damit über den Erkenntniswert für die Geschichtswissenschaft zu. Das Tagebuch eines Häftlings im Austauschlager wird als zeitgenössische Quelle anders beurteilt als ein autobiografischer Bericht, der nachträglich verfasst worden ist. Hier spielen, wie auch bei den Interviews von Zeitzeug_innen, im Nachhinein erhaltene Informationen und die Reflexion des Geschehenen eine zusätzliche Rolle. Eine quellenkritische Analyse ist für das Verständnis und die Einordnung von Quellen unerlässlich.