Verwendung historischer Quellen in der Bildungsarbeit der Gedenkstätte Bergen-Belsen

Im Sinne eines forschenden Lernens sollte den Teilnehmenden von Bildungsveranstaltungen eine eigenständige Auseinandersetzung mit historischen Quellen und deren Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte ermöglicht werden. Das bedeutet, dass die Herkunft von Informationen und Quellen selbst ein Thema in der Vermittlung ist. Der Einsatz von Quellen dient nicht nur der Veranschaulichung einer vorgegebenen historischen Erzählung, sondern soll es den Teilnehmer_innen ermöglichen, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Dargestellte historische Sachverhalte werden damit überprüf- und nachvollziehbar. Die verwendeten Quellen und die Auswahl von Themen sollen verschiedene Perspektiven auf das historische Geschehen erlauben. Die ausgesuchten Quellen sowie deren Aufbereitung müssen dabei den Teilnehmenden und dem Thema angemessen sein. Die Kompetenz kritischen Umgang mit historischen Quellen ist auch auf zeitgenössische Quellen anwendbar. Zu hinterfragen, wie viel ein Urheber oder eine Urheberin einer Quelle wissen und wie viel er oder sie davon berichten konnte oder wollte, ist zentral für deren Einschätzung. Ebenso die Frage, in welcher Funktion eine Autorin oder ein Autor eine Quelle verfasst hat oder ein Fotograf/ eine Fotografin ein Bild aufgenommen hat. Das gilt sowohl für die Analyse von Fotos aus der Zeit des Nationalsozialismus wie auch für aktuelle Aufnahmen, die in Tageszeitungen oder Nachrichtensendungen zu sehen sind.