Vorstellungen von Kindern

Alle bislang thematisierten Studien arbeiten mit Ansätzen der qualitativen Sozialforschung, womit sie grundlegende Strukturen sichtbar machen können, aber sich auf eine kleine Datenmenge beschränken müssen. Christina Klätte hat in den vergangenen Jahren erste Ergebnisse eines Forschungsvorhabens vorgelegt, das mit quantitativen Methoden eine größere Anzahl von Fragebögen zu Wissensbeständen von Kindern in der vierten Jahrgangsstufe auswertet. In ihren ersten Ergebnissen konnte sie die grundlegenden Annahmen der vorliegenden Studien bestätigen, d.h. umfassende Wissensbestände deutlich machen. Beachtenswert für die weitere Diskussion ist ihr Hinweis, dass aufgrund des familiären Gedächtnisses und der damit verbundenen Erzählungen die Wissensbestände über den Nationalsozialismus von Kindern aus Familien mit igrationsgeschichte weniger ausgeprägt sind als jene von Kindern aus Familien ohne Migrationsgeschichte.
Doch zum einen ist im Bereich des Interesses von Kindern an (zeit-)geschichtlichen Themen eben keine Differenz aufzuzeigen , zum anderen verzichten Lehrkräfte der Grundschulen in Klassen mit einem hohen Anteil von Kindern aus Familien mit Migrationsgeschichte eher auf eine Thematisierung . Sie spricht hier von einer doppelten Benachteiligung dieser Kinder, was Fragen historischer Bildungsprozesse anbelangt.