Tagung

30 Jahre nach der demokratischen Wende – Erinnerungspolitiken in Europa

Die Europawahl in diesem Jahr hat mindestens zwei unterschiedliche gesellschaftliche Strömungen in Europa zum Ausdruck gebracht: Einerseits ist der Wille diesen Kontinent zu stärken und demokratisch zu entwickeln ausgeprägt, andererseits haben sich nationalistische, illiberale und rechtsextreme Kräfte mit erheblicher Zustimmung zum Angriff auf europäische Errungenschaften formieren können.

Diese in allen europäischen Ländern wirksamen Kräfte bedienen sich in ihrer Propaganda nationalistisch geprägter Geschichtsbilder, die Fremdenfeindlichkeit, Autoritarismus, innere und äußere Abgrenzungen gegen das Andere, auch Antisemitismus als Selbstverständlichkeit nationaler Eigenart begründen sollen. Reale kulturelle Verlusterfahrungen in einer europäischen und globalen Welt bilden dabei den Resonanzraum von Abschottungs- und Ausgrenzungspolitik.

Kritische, an den Werten von Menschenrecht und Menschenwürde ausgerichtete Geschichtsbearbeitung orientiert sich dagegen an einer Gegenwart und Zukunft, die im Lernen aus der unheilvollen Geschichte Europas das demokratische Zusammenwachsen des Kontinents und der Welt zum Ziel hat. Mit unseren über die DDR, Polen und Rumänien referierenden Gästen wollen wir uns über beide Dynamiken in ausgewählten Ländern Europas und in Deutschland austauschen. Sie stehen für die Stimmen und Taten, die den demokratischen Wechsel in Europa einst möglich machten, für Stimmen, die Geschichte aus der Perspektive von Freiheitsgewinnen gegen Bollwerke von Unterdrückung und Unvernunft begreifen.

In kritischer Befragung unseres Umgangs mit deutscher Geschichte und ihrer Vermittlung soll es im Gespräch mit den eingeladenen europäischen Partner*innen um unseren Beitrag zu einer europäischen Erinnerungskultur gehen.

Veranstalter: Netzwerk Erinnerung und Zukunft in der Region Hannover in Kooperation mit Region Hannover, Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen (SLU), Rosa-Luxemburg-Stiftung, Ver.di Bildungswerk Hannover, IG Metall Hannover, Stadt Hannover

Samstag, 2. November 2019, 9.30 bis ca. 17.30 Uhr