Vortrag

„Aus der Heimat in die Fremde“. Vertreibung nichtjüdischer Deutscher bis zum Kriegsende durch die Nationalsozialisten und nach 1945 durch die Siegerstaaten

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Vortrag von Michael Schwartz

Die Errichtung der NS-Diktatur 1933 führte zur Emigration von 360.000 Menschen aus Deutschland. Darunter befanden sich Sozialdemokraten, Kommunisten und bürgerliche Liberale, aber auch zahlreiche Mitglieder der Kultur- und Wissenschaftseliten. Diese deutsche „Emigration“ verteilte sich nicht nur auf europäische Nachbarländer Deutschlands, sondern hatte eine globale Dimension. Nur ein Teil der Emigranten kehrte nach 1945 nach Deutschland zurück.

Nach der deutschen Kriegsniederlage wurden zwischen 1944/45 und 1950 etwa 12 bis 14 Millionen Deutsche von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung betroffen, die von den alliierten Siegerstaaten durchgeführt wurde. Wesentliche Aufnahmeländer waren die beiden deutschen Nachkriegsstaaten, daneben auch Österreich und einige außereuropäische Länder.

Der Vortrag fragt nach Unterschieden und Gemeinsamkeiten dieser beiden Zwangsmigrationen. Es geht um Bewältigungsstrategien von Heimatverlust und Neuanfängen in der Fremde, aber auch um die Frage der Verortung dieser kollektiven Gewalt-Erfahrungen in der Erinnerungskultur unserer Gegenwart.

Professor Michael Schwartz ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin und Apl. Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

 

Eine Veranstaltung der Region Hannover, Gedenkstätte Ahlem

Halbjahresprogramm der Gedenkstätte Ahlem 1. Halbjahr 2020