Ausstellungseröffnung

Die Exodus-Affäre. Schleswig-Holstein und die Gründung Israels

Eröffnung der Sonderausstellung des Jüdischen Museums Rendsburg mit einem Einführungsvortrag von Dr. Carsten Fleischhauer, Museumsleiter

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs versuchten zehntausende jüdische Überlebende des Holocaust nach Palästina auszuwandern, das seinerzeit noch britisches Mandatsgebiet war. Die Briten versuchten massiv, diese aus ihrer Sicht illegale Einwanderung zu unterbinden. Im Juli 1947 wurde das Auswandererschiff „Exodus 1947“ mit über 4.500 Flüchtlingen an Bord von der britischen Marine im Mittelmeer vor Haifa aufgebracht und geentert. Anschließend wurden die jüdischen Flüchtlinge von den Briten nach Hamburg deportiert. Viele von ihnen wurden ab 8. September 1947 im Lager Pöppendorf bei Lübeck interniert. Die Internierung von tausenden jüdischen Flüchtlingen in einem mit Stacheldraht und Wachtürmen ausgestatteten Lager in Deutschland führte zu verheerenden Reaktionen auf der gesamten Welt. Diese weltweite Empörung über das Schicksal der Exodus-Flüchtlinge trug 1947 entscheidend dazu bei, die internationale Meinung gegen ein weiteres britisches Mandat über Palästina zu wenden und damit die Gründung des Staates Israel voranzutreiben, die schließlich 1948 erfolgte.

Die Ausstellung „Die Exodus-Affäre. Schleswig-Holstein und die Staatsgründung Israels“ zeigt über 100 historische Fotografien, die im Kontext der „Exodus-Affäre 1947“ entstanden sind. Zeitgenössische Zeitungsartikel veranschaulichen die internationale Brisanz der Affäre. Ausgewählte Biografien von Exodus-Passagieren zeigen verschiedene Lebenswege, die sich an Bord der Exodus kreuzten.

Die Ausstellung wird bis zum 26. Mai 2019 gezeigt.

Ort: Gedenkstätte Bergen-Belsen, Forum