Vortrag

Die Reichserntedankfeste im „Dritten Reich“: Geschichte(n) einer nationalsozialistischen Masseninszenierung

Vortrag von Dr. Anette Blaschke, Georg-Eckert-Institut für Schulbuchforschung, Braunschweig

Auf Basis vielfältiger historischer Überlieferungen, die von amtlichen Schriftwechseln über publizistische Veröffentlichungen bis hin zu subjektiven Quellen reichen, werden die Geschichte(n) der Reichserntedankfeste aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt: Erstens wird die Planung und Organisation der Veranstaltungen vorgestellt. Dabei rücken neben dem immensen logistischen Aufwand auch im Hintergrund schwelende lokale und überregionale Konflikte und Rivalitäten um Macht und Einfluss in den Blickpunkt. Zweitens fügt sich die Chronologie des nationalsozialistischen Erntedankes nicht zuletzt über zentrale Motive der Propaganda wie „Blut und Boden“, „Führer“ und „Volksgemeinschaft“ in die Dynamik der nationalsozialistischen Diktatur, ihrer ideologischen Fragmente und deren Inszenierung ein. Drittens spiegeln vor allem individuelle Wahrnehmungen und lokale Praktiken ganz unterschiedliche Formen der Teilhabe an den Reichserntedankfesten sowie der darüber hinausreichenden Aneignung und Nutzung von Symbolen, Bildern und Erfahrungen wider.

Ort: Ehemalige Synagoge Stadthagen, Gasse zur Alten Synagoge (zwischen Schulstraße und Niedernstraße), 31655 Stadthagen

Der Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe „Die Reichserntedankfeste auf dem Bückeberg bei Hameln: Die Inszenierung der ´Volksgemeinschaft´und die Erinnerung in der Gegenwart.“
Programm
Eine Veranstaltungsreihe des Fördervereins ehemalige Synagoge Stadthagen e.V. und der Schaumburger Landschaft in Kooperation mit dem Schaumburg-Lippischen Heimatverein e.V.