Vortrag

Die Wehrmacht und das „Flintenweib“ – Sowjetische Frauen in Kriegsgefangenschaft

Bildungsarbeit am historischen Ort: Spurensuche in historischen Unterkunftsbaracken, 2014. Foto: Carola Pliska, Archiv GLS

Vortrag von Muriel Nägler, Universität Bremen

Während des Deutsch-Sowjetischen Krieges dienten bis zu 800.000 Frauen in der Roten Armee und schon dort waren sie mit erheblichen Vorurteilen belegt. Doch nicht nur auf sowjetischer Seite rief der massenhafte Einsatz von Frauen an der Front Irritationen hervor: Im Zusammentreffen mit der Wehrmacht zeigte sich, dass die Rotarmistinnen ein ausgemachtes Feindbild waren und besonders grausam behandelt wurden. Gerieten sie in Kriegsgefangenschaft, verweigerte man ihnen mit der konsequenten Nichtanerkennung als Soldatinnen den offiziellen Status von Kriegsgefangenen und überführte sie in die zivile Zwangsarbeit und Konzentrationslager. Muriel Nägler beleuchtet in ihrem Vortrag die Gründe der geschlechtlichen Ungleichbehandlung anhand der Wege, die Rotarmistinnen im deutschen Kriegsgefangenenwesen gingen.

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