Vortrag

Heimat? Was ist das denn? – Ein Blick in Geschichte und Gegenwart

Vortrag von Hubert Brieden

Eine Definition des Begriffs „Heimat“ sucht man meist vergeblich. Dabei wurde mit ihm seit dem 19. Jahrhundert Politik gemacht. Als juristische Definition legte er zunächst fest, dass nur derjenige Heimatrecht besaß, der über Grund und Boden verfügte. Arbeiter hatten daher keine Heimat, waren „vaterlandslose Gesellen“. In deutschnationalen Kreisen galten auch Juden als heimatfremd. Der Begriff wurde mit biologistisch-rassistischen Elementen aufgeladen. Während der NS-Diktatur diente er der Aus-grenzung von Juden, „Zigeunern“, „Asozialen“, politischen Gegnern und anderen. Sie alle hatten keinen Platz in der „deutschen Volksgemeinschaft“. Auf die Förderung des Heimatgedankens wurde in dieser Zeit großen Wert gelegt. Heimatfeste waren allgegenwärtig. In vielen Orten – so auch in Neustadt a. Rbge. – wurden Heimatmuseen eingerichtet, die ein völkisches Heimatgefühl popularisie-ren sollten. Nach dem Krieg fand eine kritische Reflektion des Begriffs meist nicht statt. Heimatfilme und Heimatmusik erfreuten sich wieder großer Beliebtheit.

Veranstalter: Arbeitskreis Regionalgeschichte e.V.