Vortrag

Herrenmenschen im Osten

Vortrag von Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt

Der Vortrag beleuchtet die Absichten der deutschen Besatzer in Polen sowie die Zusammenhänge von wirtschaftlicher Ausbeutung, Germanisierung und Massenmord. Dabei geht es weniger um die tatsächliche Besatzungspraxis als vielmehr um die ideologischen Rechtfertigungen sowie  die dahinter stehenden Konzepte.

Die Nationalsozialisten griffen dabei mitnichten auf die preußische Polenpolitik oder die Besatzung im Ersten Weltkrieg zurück, sondern sahen diese vielmehr als Scheitern auf ganzer Linie an. In diesem Sinne sollten rassische Hierarchien über legalistische Bürokratie dominieren, sollte ein  ganzes Land ohne irgendwelche Rücksichten auf dessen Bewohner ausschließlich Deutschen zur Verfügung stehen. Nicht zuletzt bedeutete das Vertreibungen, großflächige Zerstörungen und Genozid: Rücksichtslosigkeit wurde zum Gradmesser von „Erfolg“.

Stephan Lehnstaedt ist Professor für Holocaust-Studien und Jüdische Studien am Touro College Berlin. Dort unterrichtet er im Masterstudiengang Holocaust Communication and Tolerance. Seine Forschungsschwerpunkte sind die deutsch-polnische Geschichte im 20. Jahrhundert, der  Zweite Weltkrieg und dessen Wiedergutmachung.

Eine Veranstaltung der Region Hannover, Gedenkstätte Ahlem