Gespräch Vortrag

Kriminalpolizist und DFB-Präsident Felix Linnemann und der Genozid an den Sinti und Roma

Menschen Fußball Hannover96

Vortrag und Diskussion von und mit Dr. Hans-Dieter Schmid und Dr. Hubert Dwertmann

Kaum eine andere Person verknüpft die Geschichte des Fußballs so folgenschwer mit der Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma wie der ehemalige DFB-Präsident und Kriminalpolizist Felix Linnemann (1882–1948). Zwei Jahrzehnte stand er an der Spitze des deutschen Fußballs und machte zugleich Karriere als Kriminalbeamter.

Linnemann wurde 1939 Leiter der Kripo-Leitstelle Hannover, war damit verantwortlich für die Bekämpfung der sogenannten „Zigeunerplage“ und die Auschwitz-Deportation niedersächsischer Sinti und Roma im März 1943. Bagatellisierung und Verleugnung – so lässt sich der vergangenheitspolitische Umgang mit dem ehemaligen Fußballfunktionär nach 1945 beschreiben.

Noch heute bestehen problematische Traditionsbildungen, wie das jährlich stattfindende Felix-Linnemann-Sportfest im niedersächsischen Steinhorst. Welche Verantwortung erwächst dem Fußball aus dieser dunklen Vergangenheit angesichts eines weitverbreiteten Antiziganismus heute?

Dr. Hans-Dieter Schmid beleuchtet in seinem Vortrag die Kriminalpolizeileitstelle Hannover als einen zentralen Akteur am stufenweisen Entrechtungsprozess, der im Genozid an den Sinti und Roma kulminierte.

Dr. Hubert Dwertmann stellt im Anschluss den biographischen Werdegang Felix Linnemanns und den Umgang mit seiner Person nach 1945 bis in die Gegenwart dar.

Mit einem Grußwort von Samantha Rose, Forum für Sinti und Roma Hannover e.V.

Flyer

Eine Veranstaltung des Projekts KogA der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten in Kooperation mit 96-Fans gegen Rassismus, 96plus und Fanprojekt Hannover.

Foto (Ausschnitt): Sepp Herberger (li.) und Felix Linnemann (re.), Ende der 1930er • DFB-Archiv