Ausstellung

Schwestern, vergesst uns nicht

Ausstellung mit Kohlezeichnungen von Hedwig Regnart. Widerstandskämpferin und Häftling im Frauen-KZ  Moringen (1936–37)

Viele ihrer Erfahrungen hat die Fürther Widerstandskämpferin Hedwig Regnart in ausdrucksstarken Kohlezeichnungen dargestellt. Als Autodidaktin zeichnete sie Bilder von der Not der Bevölkerung nach den beiden Weltkriegen. Immer wieder thematisieren ihre Zeichnungen Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus. Viele Bilder zeigen Menschen in der Isolation der Einzelhaft, die auch sie selbst mehrmals für Monate erdulden musste.

Hedwig Regnart hatte ihre Zeichnungen nie für eine Ausstellung vorgesehen. Sie zeichnete, um das Erlebte zu verarbeiten. Für uns heute sind diese Bilder eine historische Quelle: Dokumente über den politischen Widerstand, ausgeführt von Frauen, deren Beitrag im Kampf gegen den Nationalsozialismus lange Zeit wenig Beachtung und Anerkennung
erfuhr.

HEDWIG REGNART (1908–2001) Schon früh politisierte sich Hedwig Regnart und engagierte sich in der Arbeiterbewegung. Sie lernte Esperanto, interessierte sich für den Sozialismus und trat der KPD bei. Auch agitierte sie vor Fabriken und leitete eine Frauengruppe zum § 218. Im März 1933 bis Januar 1937 war Hedwig Regnart in „Schutzhaft“ – ohne Verhandlung und Urteil. Die Haft erfolgte an mehreren Orten und endete im Frauen-KZ Moringen.

Hedwig Regnart blieb Zeit ihres Lebens ihren politischen Überzeugungen treu. Sie engagierte sich in der Friedensbewegung und berichtete als Zeitzeugin über ihre Erfahrungen im Nationalsozialismus.

Die Ausstellung ist bis 29. März im Foyer des Kreishauses Northeim, Medenheimer Str. 6/8 zu sehen. Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Northeim, Tina Heistermann und die KZ-Gedenkstätte Moringen laden herzlich zur Eröffnung am Freitag, 8. März um 16 Uhr ein.

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung finden am

  • Freitag, 22. März
  • Mittwoch, 27. März

jeweils ab 15 Uhr statt. Treffpunkt ist das Foyer des Kreishauses. Um Anmeldung bei der KZ-Gedenkstätte Moringen (Tel. 05554/2520, info@gedenkstaette-moringen.de) wird gebeten.

Eine Veranstaltung der KZ-Gedenkstätte Moringen in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle des Landkreises Northeim.