Zeitzeugengespräch

Schwules Leben im Schatten der Verfolgung

Vor 50 Jahren, am 1. September 1969, trat eine Neuregelung des § 175 im Strafgesetzbuch der Bundesrepublik Deutschland in Kraft. Bis dahin war der Homosexuellenparagraph in seiner verschärften nationalsozialistischen Fassung von 1935 auch in der Bundesrepublik geltendes Strafrecht gewesen. Von 1945 bis 1969 gab es in den Westzonen bzw. der Bundesrepublik etwa 61.000 Verurteilungen homosexueller Männer – mehr als in der Zeit des Nationalsozialismus.

Wie lebten Schwule in den 1950er und 1960er Jahren angesichts von Razzien und Ermittlungen durch Polizei und Justiz? Welche Auswirkungen hatten die Bedrohung durch das Strafrecht und die gesellschaftliche Ächtung bis hin zur Erpressung für das Selbstbild homosexueller Männer in dieser Zeit? Wie prägte all dies die Beziehungen unter homosexuellen Männern und welche Folgen hatte es für ihr soziales und politisches Handeln?

Diesen Fragen soll in einem Zeitzeugengespräch mit vier Schwulen nachgegangen werden, die die 1950er und 1960er Jahre als junge Erwachsene erlebt haben.

Moderation: Dr. Thomas Rahe (Gedenkstätte Bergen-Belsen)

Eine Kooperationsveranstaltung der Gedenkstätte Bergen-Belsen mit dem Andersraum e.V.