Ausstellung Ausstellungseröffnung

„Unter uns? Sinti in Ostfriesland und Leer“

Die Geschichte der Sinti und Roma in Europa und Deutschland ist eine Geschichte von Misstrauen, Verfolgung, Ausgrenzung und Vernichtung – aber auch von Faszination. Bis in die Neuzeit hinein prägten Vorurteile und Hass das Verhältnis der Mehrheitsgesellschaft zu den Volksgruppen der Sinti und Roma.

In der nationalsozialistischen Rassenideologie wurden Sinti und Roma unter dem Sammelbegriff „Zigeuner“ als „fremdrassig“, „volksschädlich“, „arbeitsscheu“ und „asozial“ klassifiziert und kriminalisiert. Im darauf folgenden Völkermord, dem „Porajmos“, wurden bis zu 500.000 Sinti und Roma ermordet.

Die Überlebenden kämpften nach 1945 lange Zeit vergebens um eine Anerkennung als Opfer des Nationalsozialismus und um finanzielle Wiedergutmachung. Erst in den 1980er Jahren erkannte der deutsche Staat die Vernichtung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus als „Völkermord“ an. Auch heute noch kämpfen Sinti und Roma vielerorts gegen Ausgrenzung und für gesellschaftliche Anerkennung. In der Regional- und Lokalgeschichte kommen ihre Beiträge bis heute kaum vor, obwohl Sinti und Roma seit Jahrhunderten in Deutschland zur Gesellschaft gehören.

Die Ausstellung „Unter uns? Sinti in Ostfriesland und Leer“ will einen Beitrag dazu leisten, diese Situation zu ändern. Sinti aus Leer und Ostfriesland haben in hohem Maße an der Entstehung mitgearbeitet, sie erzählen und dokumentieren „ihre“ Geschichte. In Archivalien, Bildern und Objekten werden Entwicklungen zwischen Mehrheit und Minderheit ab 1945 dargestellt, Zeitzeugeninterviews konnten für die Ausstellung neu erstellt werden, die die Stimmen der Betroffenen erstmals hörbar machen.

Ein Gemeinschaftsprojekt von dem Heimatmuseum und der Stadt Leer sowie dem 1. Sinti Verein Ostfriesland.

In der Gedenkstäte Ahlem zu sehen bis Donnerstag, 6. Dezember 2018.

 

Website der Gedenstätte Ahlem

Veranstaltungsprogramm der Gedenkstätte Ahlem im 2. Halbjahr 2018