Auftaktveranstaltung Workshop

Vernetzungstreffen zum Thema „Umgang mit rechten und rechtsextremen Gruppen in Gedenkstätten“

Für Beschäftigte in der historisch-politischen Bildungsarbeit

Die aktuelle politische Lage stellt viele zivilgesellschaftliche Akteure, und damit auch die Gedenkstätten und alle, die im Bereich Erinnerungskultur zum Thema Nationalsozialismus im Land Niedersachen arbeiten, vor vielfältige Herausforderungen. Seit z. B. AfD-Abgeordnete in Stadträten, Kreis-, oder Landtagen offen rassistische Thesen vertreten, den Nationalsozialismus verharmlosen und eine Kehrtwendung in der Erinnerungskultur fordern oder sich nicht von solchen Äußerungen führender Parteimitglieder distanzieren, stellen sich Gedenkstätten die Frage, wie sie mit dieser Partei und ihren Positionen im Falle eines Besuchs oder Besuchswunsches in einer Gedenkstätte umgehen können oder sollen. Zugleich geht es aber auch um den Umgang mit Besuchen von Rechtsextremen, wie etwa dem „Volkslehrer“ in der Gedenkstätte Bergen-Belsen und weiteren grenzwertigen Äußerungen in Einzelbesucherführungen oder von Schüler_innen in Schulklassen.

Mit dem Vernetzungstreffen wollen die Interessengemeinschaft niedersächsischer Gedenkstätten und Initiativen zu Erinnerung an die NS-Verbrechen (IG) und die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen im Land Niedersachsen einen Anstoß dazu geben, sich Strategien im Umgang mit rechten und rechtsextremen Gruppen oder Einzelbesucher_innen zu überlegen und Synergien zu schaffen, indem alle Teilnehmenden sich über Vorfälle, aber auch über Handlungsoptionen austauschen und abstimmen.

Daher möchten die IG sowie die Gedenkstättenförderung Niedersachsen (GfN) und die Gedenkstätte Bergen-Belsen (GBB) der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten gemeinsam in Kooperation mit den Mobilen Beratungsstellen gegen Rechtsextremismus zu einem Vernetzungstreffen am 19. September 2019, 11 bis 15 Uhr, im Freizeitheim Linden, Hannover einladen.

Ein wesentlicher Aspekt der Veranstaltung wird es sein, über Aktivitäten der rechten Szene im Land zu informieren, insbesondere inwieweit diese die Gedenkstätten im Land betreffen, d.h. welche Fälle von Übergriffen oder möglichen Anfeindungen gab es bereits? Das Treffen soll über die Arbeit der
Mobilen Beratung und ihrer Partner_innen vor Ort in Niedersachsen informieren und ausloten, wie eine Zusammenarbeit mit den Gedenkstätten und -initiativen aussehen kann. Ziel ist außerdem ein Austausch über Maßnahmen, die ergriffen werden können und welche Herausforderungen es für die
die Bildungsarbeit auf praktischer Ebene gibt.

Anmeldung bitte per Mail an veranstaltung.bergen-belsen@stiftung-ng.de bis Mittwoch, den 11. September 2019.

Die Veranstaltung gilt offiziell als Fortbildung für Lehrer_innen im Land Niedersachsen.

Bei Bedarf können Fahrtkosten für Teilnehmer_innen von niedersächsischen Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen in Niedersachsen durch die Gedenkstättenförderung Niedersachsen übernommen werden.

Programm

11:00 Begrüßung durch Dr. Jens-Christian Wagner

11:15 Vorstellung der Beratungsstellen und ihrer Teams
· Input zur rechten Szene in Niedersachsen mit konkretem Gedenkstättenbezug
· Angebote der Beratungsstellen und ihrer Partner in Niedersachsen als Anlaufstellen für Gedenkstätten in Niedersachsen

12:45 Mittagspause mit Imbiss

13:15 Perspektive der Gedenkstätten
1. Überblick über rechte und rechtsextreme Vorfälle und den Umgang damit; Erhebung von Bedarfen und Inhalten für gemeinsame Weiterarbeit
2. Einrichtung einer Arbeitsgruppe, die Leitlinien zum Umgang mit rechten und rechtsextremen Aussagen und Handlungen entwickelt
3. Plan für die Einbeziehung aller interessierten Gedenkstätten (gegebenenfalls Fortbildungsplan auch mit ortsnahen Angeboten für Gedenkstättenmitarbeitende); Zusammenarbeit mit Beratungsstellen
4. Folgetermin/e (soweit sich Bedarf entwickelt)

15:00 Ende der Veranstaltung