Vortrag

Vom „Reichserntedankfest“ auf dem Bückeberg bei Hameln und den Chancen und Schwierigkeiten, daran zu erinnern

Vortrag mit Bernd Gelderblom, Hameln (Historiker und Initiator der Gedenkstätte auf dem Bückeberg bei Hagenohsen/Emmerthal)


Auf dem Bückeberg bei Hameln in der heutigen Gemeinde Emmerthal im Landkreis Hameln-Pyrmont fand von 1933 bis 1937 alljährlich das „Reichserntedankfest“ mit bis zu 1,2 Millionen Teilnehmern statt.

Der Bückeberg war ein zentraler Ort nationalsozialistischer Selbstdarstellung. Das historische Geschehen und die Gestaltung des „Festplatzes“ Bückeberg sind im Ensemble der für die Erinnerungskultur bedeutsamen NS-„Täterorte“ in Deutschland einmalig. Der von Reichspropagandaminister Goebbels geplante und von Albert Speer an einem Berghang realisierte „Festplatz in der freien Natur“ ist weitgehend erhalten.

Die Bemühungen, an das vor Ort verdrängte „Fest“ zu erinnern, sind nun gut zwanzig Jahre alt. Bis heute ist der Platz in keiner Weise  kenntlich gemacht. Starke Widerstände aus Emmerthal ließen das niedersächsische Landesdenkmalamt neun Jahre zögern, bis es das Gelände endlich 2010 unter Schutz stellte. Das Vorhaben, dort einen Dokumentations- und Lernort zu etablieren, ruft seit Oktober 2017 erneut starke Proteste hervor. Nachdem inzwischen auch eine Zusage des Bundes vorliegt, das Vorhaben zu fördern, ist mit einem Baubeginn noch 2018 zu rechnen ist.

Ort: Ehemalige Synagoge Stadthagen, Gasse zur Alten Synagoge (zwischen Schulstraße und Niedernstraße), 31655 Stadthagen

Der Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe „Die Reichserntedankfeste auf dem Bückeberg bei Hameln: Die Inszenierung der ´Volksgemeinschaft´und die Erinnerung in der Gegenwart.“
Programm
Eine Veranstaltungsreihe des Fördervereins ehemalige Synagoge Stadthagen e.V. und der Schaumburger Landschaft in Kooperation mit dem Schaumburg-Lippischen Heimatverein e.V.